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Dinslaken-Hiesfeld: Wie es dem Haus warm wird

VON HENDRIK GAASTERLAND - zuletzt aktualisiert: 03.12.2008

Dinslaken-Hiesfeld (RPO). 1984 wurde das Reihenhaus von Marianne und Helmut Lidinsky an der Kirchstraße gebaut, seit 20 Jahren lebt das Ehepaar nun in Hiesfeld. Bautechnische Mängel hat ihr Haus noch nicht, doch der energetische Zustand ist veraltet.

Die anhaltend hohen Energiekosten treiben die Verbraucherpreise in die Höhe.  Foto: djd, ddp
Die anhaltend hohen Energiekosten treiben die Verbraucherpreise in die Höhe. Foto: djd, ddp

Seit 20 Jahren leben Marianne und Helmut Lidinsky an der Kirchstraße in Hiesfeld. Die Kinder sind längst ausgezogen, und das Ehepaar fühlt sich in seinem Reihenhaus direkt am Rotbach pudelwohl. Doch allmählich nagt der Zahn der Zeit an dem weißen Gebäude. „Es sind keine bautechnischen Mängel oder dramatischen Schäden. Für ein Haus aus dem Jahr 1984 besteht ein normaler Zustand, doch energetisch ist es völlig veraltet“, sagte Michael Balkowski. Der Bauphysiker begutachtete gestern zwei Stunden lang das Haus.

Marianne und Helmut Lidinsky hatten diesen Gebäudecheck im Rahmen der Energiesparserie der Rheinischen Post gewonnen und empfingen den Fachmann und Wolfgang Kammann von den Stadtwerken, die den Gewinn im Wert von rund 500 Euro ausgelobt hatten, gespannt bei sich zuhause.

Info

Der Fachmann

Diplom Ingenieur Michael Balkowski ist Bauphysiker und Inhaber des „Institut Bau Energie Umwelt“ in Lindlar. Er wird den Gewinnern der Energiesparserie nach der Begutachtung und anhand von Plänen des Hauses einen Energiebedarfsausweis ausstellen und ihnen mehrere Modernisierungskonzepte ausarbeiten.

Die Schwachstellen des Hauses, das seit der Entstehung nicht mehr mit neuen Wärmedämmmöglichkeiten modernisiert wurde, waren Helmut Lidinsky schon vor dem Gespräch mit dem Experten bewusst. Er hatte sich bereits mit eventuellen Sanierungen an seinem Gebäude befasst. Deshalb konnte er detaillierte Fragen stellen und nahm die Ratschläge Balkowskis mit dem nötigen Hintergrundwissen dankend an.

Bei der Begutachtung der Front des Hauses machte der Fachmann das Ehepaar darauf aufmerksam, dass ohne das Einverständnis des Nachbars eine Wärmedämmung keinen Sinn machen würde. Weil die Häuser leicht versetzt stehen, würde eine neue Isolierung bis auf das Grundstück des Nachbarns reichen und daher benötige man dessen Zustimmung. „Sonst bringt es nichts, weil eine Schimmelstelle entsteht“, so Balkowski.

Zusätzlich hatte er aber auch Tipps für eine Umgestaltung des Vordachs und der Eingangstreppe. Auch der Balkon auf der Hausrückseite ist verbesserungsfähig. „Mir ist klar, dass das eine Kältebrücke ist“, meinte Helmut Lidinsky, der den Vorschlag des Experten, den Balkon abzureißen und durch eine Stahlkonstruktion zu erneuern, schon erwartet hatte. Notwendig sind Modernisierungen wie Wärmedämmung oder der Abriss des Balkons bei den Lidinskys noch nicht, doch die alten Holzfenster werden womöglich bald ausgetauscht.

„Für ihr Haus wäre das die Light-Variante, wenn die Fenster gewechselt und die Leibungen, die Rolllädenkästen sowie die Wand hinter dem Heizkörper gedämmt werden“, sagte der Bauphysiker. Dies hätte nicht nur eine energetische Verbesserung zur Folge, sondern würde auch den Wert des Hauses steigern. „Für schön bezahlt keiner mehr, wenn der energetische Zustand miserabel ist. Dann zieht die Bank bei einer Wertschätzung die fälligen Investitionen einfach ab“, meinte der Fachmann. Am Ende des Gebäudechecks war Marianne Lidinsky von den vielen Tipps fast geplättet: „Wir haben jetzt viel zu überlegen, was wir alles machen können.“

Quelle: RP

 
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