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Dinslaken: Wir wollen Leprakranken helfen

VON ANNA BLASWICH - zuletzt aktualisiert: 10.09.2007

Dinslaken (RPO). Um die 80 Menschen haben sich an der Sankt-Vincentius-Kirche versammelt, unter ihnen vor allem Jugendliche und viele Grundschulkinder. Wackeren Schrittes läuft die Gruppe den zehn Kilometer langen Weg am Rotbach entlang und durch den schönen Wohnungswald. Von einigen Regentropfen lassen sich die Wanderer keineswegs abschrecken. Als Ansporn liest ihnen Pastor Theo van Doornick von der Kirchengemeinde Sankt Vincentius einen Brief von Dr. Romana Drabik vor. Die Dinslakener Ärztin selbst kann am Lepramarsch, es ist inzwischen der 27., nicht teilnehmen, da sie sich zur Zeit im Kaukasus um Leprakranke kümmert.

Die Beteiligung am Lepramarsch war auch dieses Mal wieder enorm, und die Kinder waren mit ganzem Herzen bei der Sache. Foto: RPO

„Wir wollen und müssen das Thema Lepra dringend im Bewusstsein der Öffentlichkeit halten“, erklärt Jürgen Belker-van den Heuvel von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe. „Schon mit 50 Euro kann ein Menschenleben gerettet werden.“ Genauso wie Pastor Theo van Doornick, der ebenfalls und zum ersten Mal am Lepramarsch teilnimmt, ist er froh über die bereitwilligen jungen Läufer. Mit Ausdauer tragen die Kinder der drei Schulen (Theodor-Heuss-Gymnasium, Averbruchschule und Gartenschule) abwechselnd ein Banner mit der Aufschrift „Lepramarsch“. Die Gartenschule hat sogar ihr eigenes Schild mitbebracht. „Man kann ja wohl mal einen Tag laufen und damit so vielen Menschen helfen“, sagen die beiden 14-jährigen Julia Tafel und Janine Manche von der Realschule Voerde über ihre Motivation, beim Lepramarsch mitzumachen. Und auch Anna Fischer (12), Ramona Schulz (12), Anne Groh (11) und Simone Lakermann (11) vom Theodor-Heuss-Gymnasium wissen, weshalb sie dabei sind: „Wir wollen heute Leprakranken helfen. Das ist uns wichtig.“

Nach etwa vier Kilometern gibt es zur Stärkung Wasser und ein Brötchen mit einem Schokokuss, nach sieben Kilometern Vitamine in Form von Nimm2-Bonbons. Dass so ein Marsch eine richtig gesellige Sache sein kann, wird allen im Laufe des Weges klar. Es besteht die Möglichkeit zu Gesprächen und zum Fachsimpeln über die heimischen Baum- und Pflanzenarten und nebenbei bietet sich ein schöner Blick auf die Dinslakener Umgebung. Nachdem zehn Kilometern geschafft sind, erscheint auch der steinigste Bordstein wie eine gemütliche Sitzgelegenheit. Die erschöpften Läufer muntert die Überraschung von Pastor Theo van Doornick auf. Ein hölzerner Rosenkranz, der mit seinen fünf verschiedenen Farben für die Kontinente steht, als Andenken an den Marsch. „Ich bin zwar geschafft, aber anderen Menschen zu helfen, ist die Sache auf jeden Fall wert“, findet der 14-jährige Marius Gürtler.

Quelle: RP

 
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