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Hünxe: Wörterbuch der Heimat

zuletzt aktualisiert: 29.12.2010 - 15:48

Hünxe (RPO). Der Landschaftsverband Rheinland erforscht das Hünxer Platt. Eine große Hilfe für den Sprachwissenschaftler Dr. Georg Cornelissen ist der Ur-Hünxer Mundartexperte Karl Neuköther alias Stelten Karl.

Neuköther, der in der Rheinischen Post regelmäßig seine Kolumne „Op Platt“ veröffentlicht, hat für unsere Redaktion nun ein Wörterbuch des Plattdeutschen in Hünxe von A bis Z zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen, Lernen und Wiedererkennen!

A

affdrögen – abtrocknen Beispiel: Sall ek dej helpen affdrögen? (Soll ich dir beim Abtrocknen helfen?)

Ännött – Kartoffeln Beispiel: Help mej ess Ännött schällen (Hilf mir beim Kartoffelnschälen) Appeltaat – Apfelkuchen

Beispiel: Wat es denn Appeltaat doch lecker (Wie ist der Apfelkuchen doch lecker)

äwes – eben Beispiel: Ek gohn ess äwes nohr Dörp (Ich gehe mal eben ins Dorf)

B

Babbelkes – Bonbons Beispiel: Mags dou dann en Babbelken? (Magst du ein Bonbon?)

Beschütt – Zwieback Beispiel: En Beschütt bej de Koffie es gut (Ein Zwieback zum Kaffee ist gut)

besühken – besuchen Beispiel: Komm mej doch ess besühken (Komm mich doch mal besuchen)

breijen – stricken Beispiel: Oma wor all wehr ahnt breijen (Oma hat immer gestrickt)

D

Dännes – Mädchen Beispiel: Dat woren rechteg nette Dännes (Das waren richtig nette Mädchen)

Dörpstroht – Dorfstraße Beispiel: Et es die olle Dörpstroht noch (Es ist noch die alte Dorfstraße)

drömen – träumen Beispiel: Dor kasse blos van drömen (Da kannst du bloß von träumen)

Dumm – Daumen Beispiel: Hohl märr denn Dumm drop (Halt mal den Daumen drauf)

E

ekänteg – trotzig Beispiel: Denn Jong wor doch so ekänteg (Der Junge war doch so trotzig)

Emmer – Eimer Beispiel: Mahk denn Emmer märr voll (Mach mal den Eimer voll)

estemieren – achten Beispiel: Heij es niet genug estemiert wonnen (Er wurde nicht genug beachtet)

Esterkes – Wand- und Bodenfliesen Beispiel: Wat häbb gej schöne Esterkes inne Flur (Was habt ihr schöne Fliesen im Flur)

F

Fierowend – Feierabend Beispiel: Hähsse noch kenn Fierowend? (Hast du noch keinen Feierabend?)

Floot – Wanne Beispiel: Soterdags geng et inne Floot (Samstags geht es in die Wanne)

fottens – sofort Beispiel: Ek mott fottens wehr nohr Huss (Ich muss sofort wieder nach Hause)

futteln – mogeln Beispiel: Hör op de futteln (Hör auf zu mogeln)

G

gelännt – geliehen Beispiel: Ek hämm mej die Schuffkärr gelännt (Ich habe mir die Schubkarre geliehen)

Geitleng – Drossel Beispiel: Denn Geitleng frätt alles op (Die Drossel frisst alles auf)

gelustert – zugehört Beispiel: Ek häbb dej so gern gelustert (Ich hätte Dir so gern zugehört)

Greep – Mistgabel Beispiel: Nähm doch de Greep (Nimm doch die Mistgabel)

H

Hatt – Herz Beispiel: Sej häht en gut Hatt (Sie hat ein gutes Herz)

herütt – heraus Beispiel: Ek brägg dej noch herütt (Ich bring dich noch nach draußen)

Hippkesmess – Küchenmesser Beispiel: Gäw mej ess en Hippkesmess (Gib mir mal ein Küchenmesser)

Hohsen – Strümpfe Beispiel: Ohne Hohsen es et de kolt (Ohne Strümpfe ist es zu kalt)

I

Ill – Eile Beispiel: Bösse wehr so in Ill? (Bist du wieder so in Eile?)

indusseln – einschlafen Beispiel: Ek mott well ingedusselt senn (Ich muss wohl eingeschlafen sein)

ingefocht – eingefeuchtet Beispiel: Dat Dessduhk hämm ek ingefocht (Das Tischtuch habe ich eingefeuchtet)

Iserbahn – Eisenbahn Beispiel: Früher fuhren wej met de Iserbahn (Früher fuhren wir mit der Eisenbahn)

J

Johren – Jahre Beispiel: So gonnt die Johren dorhen (So gehen die Jahre dahin)

jamuhlen – klagen Beispiel: Brucksse gar niet so jamuhlen (Brauchst du gar nicht so zu jammern)

janken – jammern Beispiel: Denn Hond wor ahnt janken (Der Hund hat gejammert)

jönger – jünger Beispiel: Wej wonnen all niet jönger (Wir werden alle nicht jünger)

K

Kabbes – Weißkohl Beispiel: Et liewssen äht ek Kabbesschlaht dörrehn (Am liebsten esse ich Krautsalat durcheinander)

kallen – reden Beispiel: Die woren meteen ahnt kallen (Die redeten miteinander)

Kännemelk – Buttermilch Beispiel: Kännemelkspapp köss ek ok ess maken (Buttermilchsuppe könnte ich auch mal machen)

Klör – Farbe Beispiel: Du häht heij de Klör versatt (Du hast die Farbe verloren; oder anders: Du bist ja ganz blass)

L

Läggänger – fauler Mensch Beispiel: Dat wor all ömmer en Läggänger (Das war immer ein fauler Mensch)

lewern – liefern Beispiel: Dat sallen se well noch lewern (Das sollen sie wohl noch liefern) Läpel – Löffel Beispiel: Kass mej ess en Läpel gäwen (Kannst du mir einen Löffel geben)

Luss – Laus Beispiel: Dej es well ne Luss öwer de Läwer gelopen (Dir ist wohl eine Laus über die Leber gelaufen)

M

manges – inzwischen Beispiel: Manges es et ok laht genug (Inzwischen ist es auch spät genug)

Mengbühl – Teigtrog Beispiel: Kann ek well denn Mengbühl lennen? (Darf ich mir den Teigtrog borgen?)

Melkpapp – Milchsuppe Beispiel: Melkpapp gow et früher ömmer (Milchsuppe gab es früher immer)

messnatt – mistnass, furchtbar nass Beispiel: Ek senn gestern messnatt gewonnen (Ich bin gestern furchtbar nass geworden)

N

Nachrawer – Nachteule Beispiel: Dou Nachrawer dou (Du Nachteule)

nejschiereg – neugierig Beispiel: Die es sowat van nejschiereg (Die ist sowas von neugierig)

nohbern – Nachbarn besuchen Beispiel: Nejjohr köwwe ess wehr nohbern (Neujahr können wir mal wieder die Nachbarn besuchen)

Nommedag – Nachmittag Beispiel: Komm doch ess op en Nommedag (Komm doch nachmittags mal vorbei)

O

Ölder – Alter Beispiel: Int Ölder wött me ömmer wieser (Im Alter wird man immer weiser)

opdessen – auftischen Beispiel: Brucksse niet grot opdessen (Musst nicht groß auftischen)

Opgesatten – Aufgesetzter Beispiel: En Opgesatten drenk ek ganz gern (Einen Aufgesetzten trinke ich ganz gerne)

Öwerhand – Überhand Beispiel: Aber dat dörf niet Öwerhand nähmen (Aber das darf nicht Überhand nehmen)

P

Pier – Regenwurm Beispiel: Denn hört de Pieren hussen (Der hört die Regenwürmer husten)

Poschlei – Porzellan Beispiel: Dat ganze Poschlei kapott (Das ganze Porzellan ist entzwei)

Pottowend – runder Ofen Beispiel: Et es schön wärm ahn denn Pottowend (Es ist schön warm am Ofen)

prussen – niesen Beispiel: Hussen on prussen (Husten und niesen)

Q

quasseln – reden Beispiel: Quassel niet so völl (Quassel nicht so viel)

Quezz – Pflaume Beispiel: Back doch ess wehr en Quezzentaht (Back doch wieder mal einen Pflaumenkuchen)

Quohl – Qual Beispiel: Denn Wenter es ne Quohl (Der Winter ist eine Qual)

R

Räknong – Rechnung Beispiel: Dou moss die Räknong betalen (Du musst die Rechnung bezahlen)

reterieren – wegrennen Beispiel: Du senn ek reterieren gegohn (Da bin ich rennen gegangen)

Riewkuhken – Reibekuchen Beispiel: Riewkuhken schmaken blos met Krutt (Reibekuchen schmecken bloß mit Rübenkraut)

S

Schleckefänger – raffinierter Mensch Beispiel: Dou bös mej villech en Schleckefänger (Du bist ja raffiniert)

Schlobbert – Arbeitsschürze Beispiel: Duhn dej liewer en Schlobbert öm (Binde Dir lieber eine Arbeitsschürze um)

Schöttelschlett – Spültuch Beispiel: Hähs dou minn Schöttelschlett gehatt? (Hast Du mein Spültuch benutzt?)

Schnotterbell – Nasenschleim Beispiel: Putz dej ess die Schnotterbell aff (Putz Dir mal die Nase)

St

stellekes – still Beispiel: Wat bösse dann so stellekes? (Was bist Du denn so still?)

steppen – stippen Beispiel: Duhn dat hadde Brot doch steppen (Stipp das harte Brot doch)

Stottkärr – Schubkarre Beispiel: Ne ganze Stottkärr voll Sand (Eine ganze Schubkarre voll Sand)

Stronzbühl – Angeber Beispiel: Dat es all ömmer en Stronzbühl gewäss (Das ist schon immer ein Angeber gewesen)

T

tieren – anketten Beispiel: Dou moss die Hipp ahntieren (Du musst die Ziege anleinen)

träjen – treten Beispiel: Träj dor blos niet drop (Trete da bloß nicht drauf)

Trek – Schublade Beispiel: In die Trek lohg alles dörrehn (In der Schublade lag alles durcheinander)

Twassdriewer – Quertreiber Beispiel: Dat wor ömmer all en Twassdriewer (Das war immer schon ein Quertreiber)

U

Urgrotmoder – Urgroßmutter Beispiel: Minn Urgrotmoder wor ne rikke Frau (Meine Urgroßmutter war eine reiche Frau)

Ütdag – Frühjahr Beispiel: Innen Ütdag kregg denn Bur völl Ärbeit (Im Frühjahr bekommt der Bauer viel Arbeit)

ütrössen – ausruhen Beispiel: Inne Wenter kanne sek en bättchen ütrössen (Im Winter kann er sich ein bisschen ausruhen)

ütwendeg – auswendig Beispiel: Wej mossen früher Gedechte ütwendeg lehren (Wir mussten früher Gedichte auswendig lernen)

V

Vanaff – Herkunft Beispiel: Denn es van en groten Vanaff (Der ist von edler Herkunft)

verstohn – verstehen Beispiel: Kasse dat verstohn? (Kannst Du das verstehen?)

Vertellekes – Geschichtchen, spaßige Erzählungen Beispiel: So völl schöne Vertellekes (So viele schöne Geschichtchen) verstoppen – verstecken Beispiel: Dühsse met verstoppen spöllen? (Spielst Du mit verstecken?)

W

Wassdag – Waschtag Beispiel: Moder häht Wassdag gehatt (Mutter hatte Waschtag)

Weij – Weide Beispiel: Ek freu mej op grüne Weijen (Ich freue mich auf grüne Weiden)

Wellbohm – Ackerwalze Beispiel: Dor liepen se met en Wellbohm heröm (Dort liefen sie mit einer Ackerwalze herum)

Z

Zenterkloos – Nikolaus Beispiel: Owes kom denn Zenterkloos (Abends kommt der Nikolaus)

Zott – Sorte Beispiel: Wat es dat dann van Zott? (Was ist das denn für eine Sorte?)

Zöpp – Zöpfe Beispiel: Wat hatts dou schöne, lange Zöpp (Was hast Du für schöne, lange Zöpfe)

Zogg – Zug Beispiel: Wej send met en Zogg gefahren (Wir sind mit dem Zug gefahren)

Quelle: RP

 
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