Dinslaken: Wohnungswald neu entdecken
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 12.06.2010Dinslaken (RPO). Ein Waldlehrpfad lädt dazu ein, den Forst zwischen Voerde und Dinslaken besser kennen zu lernen. Schautafeln geben einen bunten Einblick in den Artenreichtum des Gebietes – nicht nur für Kinder und Jugendliche.
Voerde-möllen An der Schießsportanlage des Bürgerschützenvereins (BSV) Möllen beginnt die Reise in die Natur. Hier steht eine von zwei Eingangstafeln, die in Zukunft Besucher des Forsts auf einen Waldlehrpfad führen sollen. "Kinder und Jugendliche verbringen heute immer weniger Zeit in der Natur, sondern sitzen eher Zuhause vor Bildschirmen", sagte Dr. Thomas Becker, Vorsitzender des Ortsverbands Dinslaken der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Der neue Lehrpfad durch den Wohnungswald soll ein Instrument sein, um jungen Menschen Wissen über die Natur in ihrer Heimat zu vermitteln. "Alle Menschen sollen mehr mit dem Wald in Berührung kommen", sagte Dr. Thomas Becker weiter.
Waldgeschichte
Historisch Vom Mittelalter bis ins Jahr 1800 gab es auf der Fläche des heutigen Wohnungswaldes nur kleine Feldgehölze und Weiden.
Bäume Ab 1800 wurde der Wald mit Buchen und Eichen aufgeforstet. Ab 1950 kamen Ahorn, Esche und Nadelhölzer hinzu.
Wege Die Rad- und Wanderwege wurden ab 1970 angelegt.
Drei Wege
Der Parkplatz in Möllen ist dabei einer der beiden Ausgangspunkte für die Erkundungstour durch den Wohnungswald. Auch vom Parkplatz Wüllbeck (Dinslakener Straße / Voerder Straße) lässt sich der Gang durch den Wald starten. 13 bunte Schautafeln geben dabei Auskunft zu verschiedenen Themengebieten, die mit dem Forst in Verbindung stehen. "Wir haben versucht, die Themen mit den jeweiligen Örtlichkeiten zu verknüpfen", erläuterte Dr. Thomas Becker. So findet sich am Waldrand nahe Haus Endt eine Schautafel über den Waldsaum und eine Tafel über das Rehwild nahe der Möllener Waldgrenze, wo die Wildtiere häufiger unterwegs sind. Die Tafeln verteilen sich dabei auf den drei Kilometer langen Rundweg durch den Wald und die beiden Erweiterungen (jeweils etwa 1,5 Kilometer lang).
Einige der Schautafeln mussten extra für den Pfad durch den Wohnungswald neu gestaltet werden. So wurde auf einer etwa die Darstellung eines Wildschweins durch jene eines Fuchses ersetzt. "Im Wohungswald gibt es keine Wildschweine, Füchse aber sehr wohl", erklärte der Vorsitzende des Ortsverbandes Dinslaken der SDW. Die bunten Darstellungen sind es auch, die zu einer wirklichen Entdeckungsreise einladen. Denn nach kurzer Betrachtung von Bildern mit Schwarzspecht, Buntspecht und Waldkauz schaut man fast automatisch zu den dichten Bäumen auf, um vielleicht einen Blick auf eines der zahlreichen Tiere im Waldgebiet zu erhaschen.
Im Rahmen der Waldjugendspiele, bei denen jährlich zwischen 100 und 150 Schulkinder im Wald unterwegs sind, sollen die neuen Tafeln für pädagogische Zwecke genutzt werden. "Allerdings soll jeder, der in den Wald kommt, von dem neuen Pfad profitieren – egal, ob er zum Spazierengehen oder Sporttreiben herkommt", sagte Becker.
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