Dinslaken: Zu Fuß zur Trösterin
zuletzt aktualisiert: 24.09.2008Dinslaken (RPO). Einmal Kevelaer und zurück – betend, meditierend, schweigend: Zum 66. Mal machten sich Pilger aus den katholischen Pfarreien Dinslaken und Hünxe zu einer Wallfahrt auf. Motto: „Du führst mich hinaus ins Weite“.
Der Weg ist ein Ziel. Wenn sich die Christen alljährlich auf ihren Weg in die Marienstadt machen, gibt es immer noch ein zweites. Und das ist das Gnadenbild „Trösterin der Betrübten“. Schritt für Schritt nähern sich die Pilger diesem Bild. Und während sie diese Strecke zurücklegen, erfahren sie, wie lang 50 Kilometer sein können.
120 Gläubige waren es, die sich in diesem Jahr zur Fünf-Uhr-Messe in der Sankt-Vincentius-Kirche trafen, Nach einem Frühstück ging es hinaus in die Dunkelheit. Mit dabei: Pastor Theo van Doornick, Männer und Frauen verschiedenen Alters, viele junge Menschen, auch etliche evangelische Christen. In Walsum ging es mit der Fähre über den Rhein. Die Morgennebel lösten sich auf, die Sonne brach durch. Die Laune hob sich. Die Pilger beteten, sangen, erzählten etwas, lauschten biblischen Betrachtungen. Und sie schwiegen auch.
Urkunden
In der mehr als 360-jährigen Wallfahrtsgeschichte ist die in den Kriegswirren des Jahres 1942 wieder aufgelebte Dinslakener Fußwallfahrt nach Kevelaer noch verhältnismäßig jung.
Viele Pilger sind schon viele Male mitgelaufen. Johannes Boscheinen, Viktor Boscheinen, Theo Brosthaus waren zum 30. Mal bei der Fußwallfahrt dabei. Die Wallfahrtsleitung in Kevelaer würdigte sie mit einer Urkunde.
Man geht diesen Weg gemeinsam, die Beweggründe ihn zu gehen, die Sorgen, Anliegen, Danksagungen, alles, was die Pilger bewegt, was sie zur Gottesmutter tragen, um ihre Fürsprache bei Gott zu erbitten, sind ganz unterschiedlich. In Rheinberg, Alpen und Kapellen legten die Fußpilger Pausen ein. Die sind nötig, um sich zu stärken und den schmerzenden Füßen etwas Ruhe zu gönnen. Für Entspannung besonderer Art sorgte Martin Schrör. Der Mann vom Gesundheitshaus Lohberg, engagiert in der Lohberger Mariengemeinde, öffnete seine kleine Pilgerpraxis und bot entspannende Massage für Beine und Rücken an.
Rekordbeteiligung
Zur Frühstückszeit und nach der Mittagspause schlossen sich der Gruppe weitere Pilger an. Als die Gruppe gegen 18 Uhr unter Glockengeläut in Kevelaer einzog, war sie auf 151 Fußpilger angewachsen. Eine Rekordbeteiligung, die es in über sechs Jahrzehnten der Dinslakener Fußwallfahrt noch nicht gegeben hatte. Mit Liedern, Dankgebeten und dem Abendsegen am Gnadenbild endete ein anstrengender Tag.
Wer mit Auto und Fahrrad pilgert, ist schneller. Am Sonntag wuchs der Pilgerzug um weitere 100 Christen an. Einen Höhepunkt bildete der große Kreuzweg, der an der zehnten Station zur Feier der Pilgermesse unterbrochen wurde. Die fand in der voll besetzten ehemaligen Klosterkirche mit Pastor van Doornick statt. Der Kirchenchor Sankt Johannes aus Eppinghoven und eine Instrumentalgruppe aus Heilig Blut – viele von ihnen Fußpilger, gestalteten den Gottesdienst mit. Mit dem abendlichen Marienlob in der Kerzenkapelle ging ein schöner Tag zu Ende.
Ein Gefühl des Glücks
Der dritte Wallfahrtstag begann früh mit einer Pilgermesse. 36 Gläubige entschlossen sich, auch den Rückweg zu Fuß zurückzulegen. Mehr Schweigen, mehr Beten, mehr In-sich-gekehrt-Sein, das Erlebte wirkte nach. Und als die Gruppe am Abend am Eingang zur Altstadt mit Applaus empfangen und in einer feierlichen Prozession in die Kirche geleitet wurde, fühlten sich die Teilnehmer glücklich und erfüllt. Eine Dankmesse beendete den Tag. Und ein Versprechen: „Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei.“
Montag, 13. Oktober, 19 Uhr, sind Teilnehmer und Interessenten zu einer Rückschau ins Johannahaus eingeladen. Auch die Planung der 67. Fußwallfahrt (19. bis 21. September 2009) ist Thema.
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