Voerde: Zwei Sattelzüge mit Hilfsgütern beladen
VON BETTINA PIELKA - zuletzt aktualisiert: 28.04.2009Voerde (RPO). Zwei große Sattelzüge beladen mit 3200 Bananenkisten: Diese sind gefüllt mit Medikamenten im Wert von 200 000 Euro, mit Bekleidung, Duschgel, Körperölen, Spielzeug, Bettwäsche und vielem, was sonst noch für ein besseres Leben benötigt wird. In den vergangenen neun Monaten sind zahlreiche Spenden von Bürgern und Unternehmen zusammengekommen. Zum achten Mal nun schon beluden 23 fleißige Helfer vom Verein Kinder- und Senioren-Hilfe Rumänien und der Voerder Kirchengemeinde die Lastwagen mit Sach-Spenden. "Lastwagen Nummer elf und zwölf", sagte Heinz Pötter, Gründer des Vereins sichtlich stolz. Ein Hilfskonvoi für die 1800 Kilometer entfernte Stadt Medias. "Wir wollen die Menschen unterstützen, denen es schlecht geht und die in Vergessenheit geraten sind", sagte Pötter.
Vor sechs Jahren hatte er die Idee, den gemeinnützigen Verein zu gründen. Seine Motivation war die Armut und die gleichzeitig erfahrene Gastfreundschaft der Rumänen. Die schlechte Situation sei vor allem ein Erbe der ehemaligen Diktatur unter dem Staatspräsidenten Nicolae Ceausescu, erzählte Vereinsgeschäftsführerin Brigitte Fleische. Der Staatschef versuchte in den späten 60er Jahren sein Land zu industrialisieren. Die Maschinen dafür wurden mit landwirtschaftlichen Gütern bezahlt. Dies führte zur Armut der eigenen Bevölkerung. "Die Schere zwischen Reich und Arm wird immer größer. Es gibt keine gesunde Mittelschicht mehr. Wir wollen den Armen helfen", erzählte Fleischer. Der Vereine wolle Hilfe zur Selbsthilfe leisten.
Seit drei Jahren arbeitet der Voerder Verein eng mit dem "Selbsthilfeverein für an Krebs und Diabetes erkrankte Kinder und Senioren" in Medias zusammen. Die 76-jährige Präsidentin Maja Caspari ist Ehrenmitglied im Voerder Verein. Die 850 Mitglieder in Medias seien alle an Krebs oder Diabetes erkrankt. Ein Prozent von ihrem Einkommen sind Mitgliedsbeiträge. Dafür bekommen sie Medikamente und Behandlungen umsonst.
Die Voerder Kinder- und Senioren-Hilfe Rumänien ist auf Spenden angewiesen, denn sie erhält keine öffentlichen Mittel. Vergangenes Jahr hatte Pötter private Sachen verkauft, um an Geld für den Transport zu kommen. Allein die Kosten für einen Lastwagen-Transport liegen bei 3000 Euro. Besonders hart trifft den Verein allerdings die Kündigung des Lagers auf dem Gelände der Firma Polytec Composites Germany zum Monatsende. "Wir befinden uns gerade in einer Situation, in der wir nicht wissen, wie es weitergeht", sagte Pötter. Aus für ihn unerklärlichen Gründen hat der Vermieter ihnen den 120 Quadratmeter großen Raum gekündigt. Nun sucht Heinz Pötter neue Lagerräume, um die Arbeit fortsetzen zu können.
Kontaktadresse des Voerder Vereins Kinder- und Senioren-Hilfe Rumänien, Waldacker 38, 46562 Voerde,Tel. 02855 168461 oder unter www.helfenmachtgluecklich.de.
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