Fußball: Daniel Reiche will Teil des Neuaufbaus sein
VON TOBIAS KRZOSSA - zuletzt aktualisiert: 27.07.2010Niederrhein Daniel Reiche ist voll angekommen im Ruhrpott-Leben. Nach einem kurzem Mittagsschläfchen fährt der 22-jährige Abwehrstratege mit Vollgas Richtung Westender Straße, wo die nächste Trainingseinheit auf dem Programm steht. Beim Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg wird er in der kommenden Saison Neuland betreten. Seit seiner Jugend kickte der aus Braunschweig stammende Verteidiger für den ehemaligen Deutschen Meister VfL Wolfsburg, zuletzt in der viertklassigen Regionalliga Nord für die Amateure der Wölfe.
Reiche hat sich als Kapitän zu einer festen Größe etabliert aber nicht den Sprung vorbei an den Madlungs, Pekariks, Riethers und Co. in die Viererkette der ersten Mannschaft geschafft. Nur einmal durfte er in der Saison 08/09 nach einer Einwechslung Bundesligaluft schnuppern. In der Rückrunde der vergangenen Saison dann wurden die Verantwortlichen des MSV hellhörig und bemühten sich um die Dienste der 1,89 Meter großen Defensivkraft.
"Von da an hat sich alles nach und nach entwickelt", erinnert sich Reiche an die ersten Kontakte zu den Zebras: "Ich bin mir meiner neuen Aufgabe hier in Duisburg bewusst. In der zweiten Liga herrscht ein ganz anderes Tempo, da wird jeder Fehler schlagartig bestraft. Hier können kleinste Nuancen am Ende den Ausschlag geben". Begeistert ist der Neuling von der Stimmung bei seinem neuem Arbeitgeber: "Wir im Team verstehen uns prächtig. Da macht es richtig Spaß für die bevorstehende Saison zu schuften. Die ganze Mannschaft besitzt eine tolle Arbeitsmoral. Dazu kommen die professionellen Arbeitsverhältnisse, die hier herrschen", erklärt Reiche, der sich im Zebratross sichtlich wohl fühlt.
In welche Klasse der blau-weiß gestreifte Zebraexpress dann am Ende der Saison führen wird, die Frage überlässt er lieber seinem Trainer. "Da wird man sich in Zukunft zusammensetzen und drüber diskutieren", so Reiche. Vergleichen möchte er den MSV mit dem VfL Wolfsburg allerdings nicht: "Das ist einfach nicht möglich. Der MSV ist ein ambitionierter Traditionsverein mit vielen erfolgreichen Jahren, der VfL dagegen ist erst auf dem Weg ein solcher zu werden."
Kein Zeitarbeiter
Was viele Zebraherzen Duisburgs besonders erfreuen dürfte, ist die Tatsache, dass Reiche den MSV nicht nur als Durchlaufstation sieht, sondern eine langfristige Zusammenarbeit für möglich hält: "Das ist ganz klar. Ich bin hier nicht als Zeitarbeiter hergekommen, der seinen Vertrag aussitzen will. Ich bin mit einer gewissen Weitsicht an den Niederrhein gewechselt". Angetan haben es dem Innenverteidiger schon in den ersten drei Testspielen die Anhänger von der Wedau. "Es herrschte schon jetzt eine tolle Atmosphäre, selbst zum Test nach Belgien sind uns zahlreiche Fans gefolgt. Das ist wirklich top", freut sich Reiche.
Sich selbst sieht der 22-Jährige, der fest vom neuen Konzept der Zebras überzeugt ist, übrigens als Fußballer mit Kämpferherz. "Das ist doch Grundvoraussetzung. Ohne das geht es nicht wenn man erfolgreich sein will. Da muss man auch schon mal über seine Grenzen hinausgehen."
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