Trabrennbahn: Die Zeit drängt
VON SEBASTIAN MÜHLEIS - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010Erste Erfolge verkündete der frisch gegründete Förderverein Dinslakener Trabrennbahn gestern. Doch von Zurücklehnen keine Spur: Findet am 1. März kein Renntag statt, ist die Bahn am Bärenkamp Geschichte.
Volker Dittrich hat beim Thema Trabrennbahn ein klares Ziel vor Augen. Für den Chef der Wohnungsgesellschaft Ruhrgebiet genießt der Erhalt der Bahn am Bärenkamp oberste Priorität. Daher rief er gemeinsam mit sieben Mitstreitern den Förderverein Dinslakener Trabrennbahn ins Leben. Und die Zahlen, die der am 21. Januar diesen Jahres gegründete Verein bei seiner gestrigen Pressekonferenz vorlegen konnte, sind beeindruckend: Mit der Gründung des Vereins ging die Homepage online. Bei 1600 Besuchern der Seite kamen knapp 3000 Euro an Spenden zusammen, dazu 7000 Euro an Bürgschaftszusagen.
100 000 Euro müssen schnell her
Der Förderverein
Alle Informationen zum Förderverein Dinslakener Trabrennbahn sowie Mitgliedsanträge finden sich im Internet unter:
Unter der Bankverbindung Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe, Bankleitzahl: 352 510 00 Kontonummer: 670 924 695, Kontoinhaber: FöV Dinslakener Trabrennbahn nimmt der Verein Spenden und Bürgschaften entgegen.
Andernorts würde man sich angesichts einer derartigen Entwicklung entspannt zurücklehnen – nicht so in Dinslaken. Den Grund hierfür nennt Theo Lettgen, Vorsitzender des Niederrheinischen Trabrennvereins Dinslaken, der die Nachfolge des insolventen Dinslakener Trabrennvereins übernehmen soll: "Bis Ende Februar müssen 100 000 Euro da sein, sonst haben wir ein Problem. Ist erst der erste Flutlichtmast versteigert und abgebaut, brauchen wir über Trabrennsport in Dinslaken nicht mehr sprechen." Die Zeit drängt also. Für 100 000 Euro kann der neue Trabrennverein dem Insolvenzverwalter die für Rennen notwendigen Gegenstände wie den Starterwagen abkaufen. Ab dem 1. März würde sonst die Einzelversteigerung aller Sachgegenstände auf dem Gelände der Trabrennbahn beginnen.
In der kommenden Woche werden Lettgen und Dittrich bei einer Bank oder der Sparkasse vorstellig, um über eine Finanzierung der 100 000 Euro zu sprechen. "Mir wäre es zwar am liebsten, wir würden 100 Dinslakener finden, die 1000 Euro spenden, um dieses Wahrzeichen der Stadt zu erhalten, aber darauf können wir uns nicht verlassen. Wir wollen auf Nummer sicher gehen", erklärte Dittrich. Zudem muss der Erbpachtvertrag zwischen der Stadt und dem Insolvenzverwalter aufgelöst werden, ehe der neue Verein das Gelände zu den schon vor geraumer Zeit mit der Stadt vereinbarten günstigeren Bedingungen zurückpachten kann.
Hinsichtlich der Steuerproblematik – ein Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) sorgte bekanntlich für das Aus von Dintrab – scheint sich etwas getan zu haben: So soll seit dem 8. Dezember 2009 ein Beschluss der Steuerreferenten des Bundes und der Länder vorliegen, der einen Nichtanwendungserlass des Urteils bis zum 31. Dezember 2011 nach sich zieht. Bis dahin sollen die Pferdesportvereine und das Bundesfinanzministerium eine Lösung finden. "Auch seitens des Finanzamtes Dinslaken sind Bemühungen da, eine Handlungsgrundlage zu schaffen", so Lettgen.
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