Trabrennen: Holländer bleiben weg
VON BERND VENNEMANN - zuletzt aktualisiert: 31.12.2007Die Umsatzzahlen auf der Trabrennbahn am Bärenkamp sinken weiter. Das liegt in erster Linie daran, dass es seit Mitte des Jahres viel weniger Starter aus den benachbarten Niederlanden gibt.
Dort hat man nämlich die Rennpreise auf das Dinslakener Niveau gebracht.
Wenn Dintrab-Vorsitzender Theo Lettgen heute Nachmittag nach der letzten Veranstaltung am Bärenkamp Bilanz ziehen wird, dann „werden wir ein ausgeglichenes Betriebsergebnis vor Abschreibung haben“. Doch diese Aussage täuscht etwas über das wahre Ergebnis hinweg. Tatsächlich nämlich sind die Umsatzzahlen gegenüber 2006 weiter gesunken. Und Lettgen hat auch einen wichtigen Grund dafür ausgemacht: „Bis Mitte des Jahres durften wir uns sogar über steigende Umsatzzahlen auf unserer Bahn freuen. Doch dann haben die Holländer ihre Rennpreise auf das Dinslakener Niveau angehoben.“
Ziel sind 7 Millionen
2007 gab es es, wie im Vorjahr, 57 Renntage, jedoch nur 619 Rennen gegenüber 630 im Jahr 2006. Der Umsatz pro Rennen - das entscheidende Kriterium – ging von 12009,60 auf 11240,27 zurück. Insgesamt wurden bis zum heutigen Renntag 6 83408,70 Euro umgesetzt, davon entfielen 54 Prozent auf den Bahnumsatz. Das Ziel von Dintrab ist die 7-Millionen-Marke mit Ende der heutigen Veranstaltung.
Ein Teufelskreis
Konsequenz für den Bärenkamp war die Tatsache, dass Trainer und Besitzer aus dem Nachbarland die weite Reise an den Niederrhein kurzerhand aus ihrem Programm strichen, da selbst im entfernten Alkmaar montags genau so viel zu verdienen ist wie in Dinslaken. Damit kamen auch weniger Besucher, sprich Wetter, zu Dintrab. Und so schloss sich der Teufelskreis.
Trotz allem hat der Dinslakener Verein die Rennpreise für den Normalsport halten können. Und weil ab dem 1. Januar, also morgen, laufende Kosten von immerhin 1,1 Millionen Euro für die Trabrennvereine der Republik wegfallen, da der Hamburger Unternehmer Herz den ausgelaufenen Vertrag mit der Telekom über die Bildrechte übernommen hat, sieht Lettgen einen Silberstreif am Horizont. Für Dintrab bedeutet das 1500 Euro je Renntag weniger an laufenden Kosten. Zudem soll eine Refinanzierung lediglich über eine Umsatzsteigerung der Außenwetten erfolgen, den Vereinen entstehen also keine Kosten.
51 Veranstaltungen mit jeweils zehn Rennen wird es 2008 am Bärenkamp geben. Diese Beschränkung erfolgte bei einer zentralen Besprechung in Berlin, um das vorhandene Pferdematerial nicht überzustrapazieren.
„Ich bin zwar kein Hellseher. Und auch die Verträge mit den Buchmachern stehen noch aus“, so der Dintrab-Vorsitzende, „doch wenn wir es schaffen, dass alles Geld, das auf unsere Rennen gesetzt wird, auch in unseren Totalisator fließt, dann bin ich vorsichtig optimistisch, dass es wieder bergauf geht.“ Und wenn der Dinslakener Verein dann wieder einen Rennpreis von 2000 Euro ausschütten kann, dann werden auch die Holländer wieder zum Niederrhein kommen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum