Handball: Immense Bedeutung
VON SEBASTIAN MÜHLEIS - zuletzt aktualisiert: 02.03.2007Während für die Handballerinnen des TV Aldenrade das nächste Derby ansteht, geht es für Oberliga-Konkurrent SV 08/29 Friedrichsfeld noch darum, die entscheidenden Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu sammeln.
Meister als Absteiger?
Immer konfusere Formen nimmt das Durcheinander bezüglich der Abstiegsregelungen an. Sollte die erste Mannschaft der HSV Gräfrath tatsächlich den Gang in die Oberliga antreten müssen, so würde es der Reserve auch nichts nützen, wenn sie Meister würde. „Ein Aufstieg aneinander vorbei ist nicht möglich“, so Staffelleiter Hans-Bert Schäfer. Die Reserve müsste in diesem Fall unabhängig von der finalen Platzierung absteigen, einem der beiden „regulären“ Absteiger würde der Gang in die Verbandsliga damit erspart bleiben.
Nein, die letzten Ergebnisse der Konkurrenz passten Werner Hillig, Übungsleiter der Oberliga-Handballerinnen der SV 08/29 Friedrichsfeld, gepaart mit den Leistungen seiner Farben überhaupt nicht ins Konzept. Zwar haben die „Vereinigten“ im Kampf gegen den Abstieg eine komfortable Ausgangssituation, in der „ein Punkt wohl reichen würde, zwei aber besser wären“, aber auch der eine noch fehlende Zähler muss erst einmal geholt werden. Für Lokalrivale TV Aldenrade geht es indes um nichts mehr, doch das nächste Derby dürfte Ansporn genug für Carina Hering und Co. sein.
„Jetzt kommt einfach jedem Spiel eine immense Bedeutung zu, bis wir noch einmal gepunktet haben“, gibt Hillig die Marschroute vor dem Aufeinandertreffen mit der Überraschungsmannschaft der Saison, der HSV Gräfrath II, vor. Die Solinger gelten als Geheimfavorit im Meisterschaftsrennen, sehr außergewöhnlich für einen Aufsteiger, und beinahe noch ungewöhnlicher für eine Reserve, der der Titel keinen Aufstieg bescheren würde, da die erste Mannschaft eine Liga höher spielt. Angesichts der Personalsorgen durch den Ausfall von Torjägerin Nicole Schulte-Euler lautet Hilligs Devise „beißen, beißen und nochmal beißen“, eine Prämisse, die die „Vereinigten“ in der Vorwoche bei der Klatsche gegen Mettmann-Sport vermissen ließen. Viel Verantwortung ruht dabei auf den Schulter von Isabella Mujakic und vor allem Katy Bernds, die versuchen „Lotte“ im Rückraum zu vertreten. Während Bernds ihren Dienst sehr zufriedenstellend verrichtete, häufte Mujakic zuletzt eher Fehler an. Zwar fehlte Stefanie Kamp auf Grund einer Grippe unter der Woche, wird aber genau so im Aufgebot stehen wie Tina Hülser, die wieder aus Isernhagen anreist, und Andrea Lubrich.
Im Alleingang
Besonders eindringlich warnt Hillig seine Sieben vor dem gefährlichen Trio Annika Wohlfromm, Lidija Hepp und der zuletzt bärenstarken Spielmacherin Martina Koch, die an einem guten Tag ein Spiel im Alleingang entscheiden können.
Für den TVA geht es nach dem knappen Erfolg über Abstiegskandidat VfL Rheinhausen nun gegen Tabellen-Nachbar ETuS Wedau. Da es für beide Mannschaften nur noch um die „goldene Ananas“ geht, ist dem Derby etwas Brisanz genommen, doch Trainer Karl-Rudolf Becker möchte weiter an Umstellungen in Angriff und Abwehr feilen, um zum Auftakt der kommenden Saison fit zu sein. Zwar fehlten unter der Woche Spielerinnen beim Training, doch „Katsche“ geht davon aus, dass „zumindest gesundheitlich alle dabei sind“.
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