Handball: In vertauschten Trikots
VON BERND VENNEMANN - zuletzt aktualisiert: 27.01.2012Wenn der TV Jahn Hiesfeld und der MTV Rheinwacht Dinslaken Freitagabend in der GHZ-Halle aufeinander treffen, dann sind zwei Spieler besonders motiviert. Philipp Tuda und Christian Mergner trugen noch vor wenigen Wochen das Trikots des jeweiligen Gegners. Gastgeber unter Druck.
Eigentlich ist es ein Derby, das sich fast jährlich mindestens zweimal wiederholt. Immer dann, wenn beide Teams in derselben Liga spielen. Heute Abend – 20 Uhr – ist es wieder soweit, der TV Jahn Hiesfeld und der MTV Rheinwacht Dinslaken treffen in der Halle des Gustav-Heinemann-Schulzentrums aufeinander.
Und doch ist es diesmal ein klein wenig anders. Denn zwei Spieler tragen heute ein Trikot, das zu Beginn der Saison noch ganz anders aussah. Philipp Tuda wechselte vom MTV Rheinwacht nach Hiesfeld, weil er unter Marius Timofte seiner Meinung nach zu wenig Einsatzzeit bekam.
Und Christian Mergner kam mit Werner Enders nicht zurecht und nahm das Angebot der Dinslakener an, nachdem sich deren Kreisläufer Ralf Willam eine schwere Schulterverletzung zugezogen hatte. Diese beiden werden also ganz besonders motiviert sein, wobei Mergner nach seinem Wechsel in beiden Spielen über die volle Zeit auf der Platte stand, Tuda auch in Hiesfeld zunächst meist die Bank drückte und erst zuletzt auf Grund von Personalnot häufiger eingewechselt wurde.
Die Lage
Das Hinspiel am 2. Oktober gewann der MTV Rheinwacht mit 24:23. Inzwischen rangieren die Dinslakener in der Tabelle mit 16:16-Punkten auf Platz acht im Mittelfeld. Die Hiesfelder haben 10:22-Zähler auf dem Konto und ihr 13. Rang ist im Moment der erste Abstiegsplatz.
In dieser Saison gibt es noch ein weiteres Derby, wenn sich die beiden im Finale des Kreispokals gegenüber stehen. Geplant ist das für den 18. Februar (Karnevalssamstag). Doch wird es einen anderen Termin geben müssen, da der TV Jahn an diesem Tag im HVN-Pokal (3. Runde) bei TuS Lintorf antreten soll.
Mit dem Rücken zur Wand
Für Hiesfelds Trainer Werner Enders ist ab sofort jedes Spiel ein Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt. "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, brauchen die Punkte aus jedem Spiel, um endlich Ruhe zu bekommen", meint der erfahrene Coach, für den der MTV ein Gegner ist, der mit Marius Timofte einen Häuptling in seinen Reihen hat. "Bei uns ist jeder Häuptling, nur Indianer haben wir zu wenig", kritisiert er dann auch die Einstellung seiner Spieler, die sich zuletzt in Düsseldorf von ihrer schlechtesten Seite präsentiert hätten. "Das haben wir zur Beginn der Woche angesprochen, müssen uns jetzt aber ganz auf die Aufgabe gegen den MTV konzentrieren", hat Enders die Niederlage abgehakt.
Ohne Sorgen geht er aber nicht in das heutige Spiel. Neben dem verletzten Sven Upietz wird auch Martin Gensch nicht dabei sein, der heute Abend wichtige Prüfungen zu absolvieren hat. "Da muss Marian Kurtz eben Verantwortung übernehmen", spricht der Trainer aber auch von vorhandener Qualität in seiner Truppe. Wahrscheinlich nur auf der Bank sitzen wird Torhüter Adrian Schnier, der in dieser Woche mit einer Grippe flach lag. Doch da Stefan "Paule" Meyer gegen den MTV immer seine besten Spiele abgeliefert hat, weiß Enders da einen guten und motivierten Mann zwischen den Pfosten.
Mit der Trainingsbeteiligung war Marius Timofte in dieser Woche nicht zufrieden. Doch der Spielertrainer des MTV Rheinwacht weiß, dass er in dieser Hinsicht Zugeständnisse machen muss, weil bei den Spielern Beruf, Studium oder Schule einfach vorgehen. "Deswegen ist ein Spiel unter der Woche nicht gerade ideal für uns", sagt der Trainer, der zudem noch nicht sicher ist, ob Benjamin Jacobs nach einer Grippe in dieser Woche im Vollbesitz seiner Kräfte sein wird.
Die letzten zehn Minuten
"Das wird ein ganz anderes Spiel als gegen Langenfeld", ist Timofte sicher, dass die Entscheidung "erst in den letzten zehn Minuten der Partie" fallen wird. "Es gewinnt die Mannschaft, die sich die wenigstens Fehlversuche leistet und zudem konsequent in der Abwehr arbeitet", hofft der Dinslakener, dass dies seine Mannschaft sein wird.
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