Konsens Aufstieg
VON SEBASTIAN MÜHLEIS - zuletzt aktualisiert: 29.08.2006Nachdem sich die Handballerinnen des TV Aldenrade in den letzten beiden Saisons jeweils steigern konnten und am Sprung nach ganz oben schnupperten, soll nun der nächste Schritt folgen.
Heidi Kutsch ist derzeit nicht gerade zu beneiden. Schließlich muss die Trainerin der Oberliga-Handballerinnen des TV Aldenrade beinahe täglich immer wieder dieselbe Frage beantworten – und macht dies gebetsmühlenartig. „Wir haben uns in den letzten beiden Jahren kontinuierlich gesteigert und wollen dies auch fortführen. Und wir brauchen uns sicher auch vor keiner Mannschaft zu verstecken. Doch auch wenn wir natürlich gerne aufsteigen wollen, haben wir eben nicht diesen absoluten Druck aufsteigen zu müssen“, erklärt Kutsch auf die Frage hin, ob ihre Mannschaft, die bereits im letzten Jahr gute Karten hatte den Sprung in die Regionalliga zu schaffen, denn nach weiteren Verstärkungen nun endlich aufsteigen werde.
Kosten
Zum Abschluss der Pressekonferenz stellte Kutsch eines unmissverständlich klar, um den bereits in der letzten Saison aufgekommenen Gerüchten Vorschub zu leisten: „Die Kosten, die im Falle eines Aufstiegs auf uns zukommen würden, wären in jedem Fall gedeckt.“ Dies bestätigte auch Abteilungsleiter Peter Loebau, der nur zu gerne das Abenteuer Regionalliga angehen würde.
Gründe dafür, sich nicht zu sehr auf die Meisterschaft zu versteifen kennt Kutsch zur Genüge. Denn, so lautet eine bekannte (Trainer-)Weisheit des Handballs: Ein Aufstieg ist einfach nicht planbar, Stärke des Kaders hin oder her. „Da spielen einfach zu viele Faktoren mit rein. Allerdings dürfen wir gegen die vermeintlich leichten Gegner von ‚unten‘ nicht mehr so locker rangehen“, analysiert die Übungsleiterin eine der großen Schwächen des TVA in den letzten Saisons – wurden doch immer wieder wichtige Punkte bei Mannschaften aus dem unteren Drittel auf der Strecke gelassen. Als Hauptkonkurrenten machen nicht nur Kutsch, sondern auch ihre Spielerinnen Tanja Ludwig, Carina Hering und Britta Maaser die Vertretungen der HSG Düsseldorf, den Lokalkonkurrenten ETuS Wedau und vor allem Mettmann-Sport aus. Jedoch ist sich Kutsch sicher, dass es keinesfalls einen solchen Durchmarsch geben wird, wie es Gräfrath vor zwei Jahren gelang, schließlich ist die Qualität der Liga in dieser Saison deutlich gestiegen. Ein großes Plus des TVA ist sicherlich die Breite des Kaders, auf jeder Position finden sich mindestens zwei Spielerinnen, die zudem ähnlich stark sind. Eines der Mankos könnte die Jugend der Mannschaft sein, so ist Torjägerin Kerstin Höing, gekommen von der SV 08/29 Friedrichsfeld mit 24 Jahren eine der ältesten Spielerinnen der Walsumerinnen.
Ansprüche gestiegen
Ehe Kutsch noch einmal die Marschroute „Tempospiel forcieren“ bekräftigt, weiß Hering, dass „die Ansprüche an uns selbst natürlich deutlich gestiegen sind, weswegen wir verpflichtet sind noch ein Schüppchen drauf zu legen“.
Torhüterin Maaser ergänzt, dass „man gesehen hat, dass das Potenzial da ist“ und man zudem „aus den Erfahrungen der letzten Saison gelernt hat, und auch mit Drucksituationen sicher nicht überfordert ist“. Aus den Worten ergibt sich ein Konsens: Der Aufstieg als großes Ziel.
Zugänge: Stöckmann, Böhmer (GSG Duisburg A-Jugend), Gensch (VT Kempen), Markowski (TV Aldekerk), Höing (SV 08/29 Friedrichsfeld).
Abgänge: Danhof (PSV Recklinghausen), Haynitzsch (HSG Wesel).
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