Fußball: Pflipsen: "Zweck erfüllt"
VON HENNING RASCHE - zuletzt aktualisiert: 09.05.2011Das Benefizspiel des Gänseblümchen-Vereins Voerde gegen die Weisweiler-Elf aus Mönchengladbach war Höhepunkt eines ganzen Tages voller Aktionen für krebskranke Kinder. Das Ergebnis (1:6) war dabei nebensächlich. Tatsächlich war das Old-Star-Team nicht völliger Außenseiter.
Bachirou Salou ist in die Jahre gekommen. Auf dem Fußballplatz bewegt er sich als Stürmer in etwa so viel wie der eigene Torhüter. Ohnehin sieht man seinem Bauch an, dass die Zeit als Profi lange zurück liegen muss. Trotzdem gelangen dem ehemaligen togoischen Nationalspieler, der 88 Bundesligaspiele für Borussia Mönchengladbach absolvierte, gleich drei Treffer gegen das Old-Star-Team des Gänseblümchen-Vereins aus Voerde. Als längster Spieler im Strafraum war es ihm ein Leichtes, die Bälle gegen die Laufrichtung einzuköpfen.
In Führung gegangen
Wermutstropfen
Tobias Modrzejewski war zwar ein wenig hektisch, aber doch zufrieden. Wenig dürfte ihm allerdings die Forderung der Schiedsrichter nach dem Spiel gefallen haben. Die Linienrichter wollten nämlich ihr Geld. Je 18 Euro wollten die Mannen an der Linie haben. Da half auch Modrzejewskis Bitte: "Für den guten Zweck" wenig.
Überraschend stark startete die Truppe von Günter Tinnefeld und Rudi Ott in die Partie und ging in der 24. Minute sogar vorübergehend mit 1:0 in Führung. Die folgenden sechs Treffer gingen auf des Gegners Konto. "In den letzten zehn Minuten hatten wir noch mal einige Chancen. Aber der Hintergrund des Spiels war wichtiger", so Betreuer Tinnefeld.
Der Verein Gänseblümchen aus Voerde, der sich seit Jahren für krebskranke Kinder engagiert, hatte zum Benefizspiel geladen. Die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach, die Weisweiler-Elf, trat am frühen Samstagabend im Hiesfelder Rotbach-Stadion gegen ein Team von Old-Stars der Dinslakener und Voerder Vereine an. Der Vorsitzende des Vereins, Tobias Modrzejewski, hatte schon vor zwei Jahren Kontakt zu der Mannschaft aufgenommen und um das Spiel gebeten. Nach einem Treffen mit Jörg Jung konnte es schließlich realisiert werden.
Verzicht auf Honorar
Die Gladbacher Traditions-Elf verzichtete auf das sonst für solche Spiele übliche Honorar, für den guten Zweck. Spielführer und Mittelfeldstratege Karl-Heinz "Kalle" Pflipsen findet das wichtig: "Das Spiel hat seinen Zweck erfüllt. Wir haben uns vorgenommen jedes Jahr ein paar solcher Aktionen zu machen." Alle Einnahmen, die an diesem Tag gemacht wurden, gingen in die Kasse des Vereins. Tombola, Kaffee, Kuchen, Currywurst und Pommes – alles für den guten Zweck. Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, der elegant mit dem Innenrist den Anstoß machte, war von der Aktion beeindruckt: "Schade nur, dass nicht mehr Zuschauer gekommen sind."
Auch Modrzejewski hatte sich mehr Besucher erhofft. Woran die geringe Resonanz lag, konnte er auch nicht erklären. Mit einem spektakulären Feuerwerk, Kinderschminken und Glücksrad war eigentlich alles mit dabei.
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