Fußball: Ridder ist kein Notstopfen
VON JÜRGEN SCHROER - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Der 39-jährige ehemalige Bundesliga-Spieler, der aus der Jugendabteilung der SV 08/29 Friedrichsfeld kommt, will es auf dem Fußballplatz noch einmal wissen. Er läuft künftig für den Landesligisten GSV Moers auf.
Dass Fußballspieler nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn den Platz auf dem Feld mit dem auf der Trainerbank tauschen, ist nun wirklich nichts Besonderes. Ungewöhnlicher ist da schon die Vita von Thomas Ridder. In einem für Fußballer ungewöhnlich hohen Alter von 39 Jahren geht der Angestellte den umgekehrten Weg. Von der Trainerbank des Bezirksligisten SV Bislich wechselt er in die Landesliga-Mannschaft des GSV Moers, einem der Konkurrenten des PSV Wesel.
Fußball spielt Ridder bereits seit frühester Jugend. Kein Wunder, stammt er doch aus einer Friedrichsfelder Fußballer-Familie, die alle das Trikot der Sportvereinigung 08/29 trugen. Namen wie Willi Ridder, der Vertragsspieler bei Schwarz-Weiß Essen war, oder Karl-Heinz Ridder, der unter anderem für die Sportfreunde Hamborn 07 und den VfB Lohberg kickte, sind älteren Fußballkennern mit Sicherheit noch geläufig.
Stationen als Spieler
Thomas Ridder (39) wechselte 1991 aus der Jugend der SV Friedrichsfeld 08/29 zum damaligen Oberligisten Rot-Weiß Essen. Von 1993 bis 1996 lief er dann für die SG Wattenscheid 09 auf, für die er sieben Partien in der Bundesliga und 14 Begegnungen in der Zweiten Liga bestritt.
Preußen Münster (1996 bis 1999), der KFC Uerdingen (1999/2000), Fortuna Köln (2000/2001), Eintracht Braunschweig (2001 bis 2003), die SSVg. Velbert (2003 bis 2005), der 1. FC Bocholt (2005 bis 2007), BW Wesel (2007 bis 2009) und der SV Grieth (2009 bis 2011) waren seine weiteren Stationen als Spieler.
Und auch Thomas Ridder hat es in seiner sportlichen Laufbahn immerhin bis zum Bundesliga-Spieler bei der SG Wattenscheid 09 gebracht. In 21 Begegnungen stand er für Wattenscheid in der Ersten und Zweiten Liga auf dem Platz und erzielte dabei auch ein Tor. "Das war gegen Olli Reck, als der noch bei Werder Bremen gespielt hat. Wir haben damals ein 2:2-Unentschieden erreicht. Mein Tor war der Treffer zum Endstand", sagt Ridder. Lang, lang ist's her. Ridder schoss das Tor am 26. Spieltag der Saison 1993/1994 vor 5500 Zuschauern im Wattenscheider Lohrheide-Stadion.
Viele Stationen
Preußen Münster, Rot-Weiß Essen, Fortuna Köln, Eintracht Braunschweig und die SSVg. Velbert waren seine weiteren Stationen, ehe er zum 1. FC Bocholt kam. Dort traf er erstmals auf den aktuellen Trainer des GSV Moers, Werner Wildhagen. Diese seit Jahren bestehende Bekanntschaft führte nun zum Wechsel von Thomas Ridder in die Grafenstadt. Sein wenig glückliches Engagement als Trainer bei den Bislichern endete bereits im Oktober vergangenen Jahres nach nur sieben Pflichtspielen. Ridder wurde entlassen, nachdem er seinem Team vorher ein Ultimatum gestellt hatte.
Warum gerade der Wechsel zum GSV Moers? Ridder: "Werner Wildhagen hat in Moers nur einen sehr kleinen Spielerkader. Da hat er mich gefragt, ob ich nicht noch einmal Lust hätte, mir die Fußballschuhe anzuziehen. Ich habe mich die gesamte Zeit hindurch fit gehalten und spiele auch noch regelmäßig in der Traditionsmannschaft von Rot-Weiß Essen. Zudem reizt mich die neue Platzanlage in Moers."
Dass der GSV die laufende Saison doch noch auf dem ebenso alten wie gefürchteten Kunstrasen auf dem Hockeyplatz am Schlosspark zu Ende spielen muss, findet Ridder mehr als schade. "Immerhin noch besser als Asche", sagt er unübersehbar süffisant. Vor einer Woche hatte der Moerser Vereinsvorstand diesen Beschluss den Spielern der Landesliga-Mannschaft mitgeteilt. Er wird nicht nur die Moerser Kicker ärgern. Denn der Kunstrasen des GSV ist bei der Konkurrenz gefürchtet.
Vielleicht ein Jährchen länger
In zwei Testspielen des GSV hat Ridder sein Können schon zeigen können. "Es lief ganz gut. Wenn ich verletzungsfrei bleibe, dann wird Wildhagen mich wohl auch einsetzen", sagt Ridder über seine Auftritte als Innenverteidiger in der Moerser Abwehr. Dass er nur eine Art Notstopfen wegen der Personalmisere der Moerser sei, weist der ehemalige Profi energisch zurück. Mehr noch: Ridder gibt sich betont kämpferisch. "Wenn alles gut läuft, dann hänge ich vielleicht noch ein Jährchen in Moers dran."
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