Handball: So verschenkt man leichtfertig die Punkte
VON BERND VENNEMANN - zuletzt aktualisiert: 20.09.2010Neuss Diese Niederlage hat sich der MTV Rheinwacht Dinslaken selbst zuzuschreiben. War der Aufsteiger zur Handball-Oberliga am vergangenen Sonntag noch mit einem Kantersieg gegen die SG Dülken überaus erfolgreich in die Saison gestartet und gleich an die Tabellenspitze gestürmt, so kam gestern Nachmittag beim Neusser HV die Ernüchterung. Mit 37:38 (20:17) blieben die Gäste auf der Strecke – und das hatte zwei ganz einfache Gründe.
Zum einen nutzten die Dinslakener in der Schlussphase ihre Chancen nicht und außerdem bekamen weder Andor Schneider noch der zwischenzeitlich zweimal eingewechselte Marco Salzbrunn zwischen den Pfosten kaum einmal die Hand an den Ball.
Enttäuschter Timofte
Entsprechend enttäuscht war hinterher auch Spielertrainer Marius Timofte, den die Neusser im zweiten Abschnitt durch konsequente Manndeckung geschickt aus dem Spiel genommen hatten. "Diese Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben", so der Rumäne, "denn wir haben selbst beste Gelegenheiten ausgelassen und unsere Torhüter hatten einen rabenschwarzen Tag."
Dabei sahen die Dinslakener eigentlich bis knapp fünf Minuten vor Schluss wie der sichere Sieger aus. Kein einziges Mal hatten die Besucher, bei denen Benjamin Jacobs sehr stark agierte aber auch schon früh seine zweite Zeitstrafe kassiert hatte, die Führung aus der Hand gegeben. Fünf Tore (12:17) lagen zwischenzeitlich zwischen den beiden Mannschaften, von denen der MTV eindeutig die stärkere war. Doch die Neusser steckten nicht auf. Auch als sie nach der Pause ständig einem Rückstand von mehreren Toren hinterherlaufen mussten, viele Strafen kassierten und einmal nur mit drei Leuten auf dem Feld waren, suchten sie ihre Chance.
Hektisch wurde es in der Schlussphase. Nach dem 35:35-Gleichstand handelte sich MTV-Betreuer Heinz Buteweg wegen Reklamierens eine Zeitstrafe ein, Neuss ging erstmals in Führung. Doch auch beim 37:37 bestand noch eine Siegchance, aber Benjamin Jacobs scheiterte – wie zuvor Marius Timofte beim 23:25 – mit einem Siebenmeter. Und beim 38:37 ließ Sebastian Brandscheid auch die letzte Möglichkeit aus.
MTV Rheinwacht: Schneider, Salzbrunn; Staub (6), Jacobs (9), Sentner (4), Timofte (6/3), Brandscheid (6), Willam (5), Wagner (n.e.), Jankowski (1), Loth, Janduda (n. e.).
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