"The Power" elektrisiert die Massen
VON SEBASTIAN MÜHLEIS - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Was für ein Auftakt in die Dart-Europameisterschaft in Dinslaken. Gleich am ersten Tag bekamen die rund 500 Zuschauer in der restlos ausverkauften Kathrin-Türks-Halle tolle Partien zu sehen – und bedankten sich mit einer Gänsehautatmosphäre, die Maßstäbe für die übrigen drei Turniertage setzte. "Die Stimmung ist einfach nur fantastisch", berichtete Turnierleiter Thorsten Brock vom Ausrichter PDC Europe.
Welge verpasst Überraschung
Im ersten Match des Tages setzte sich überraschend der Engländer Andy Smith, 28. der Weltrangliste, mit 6:3 gegen den an Position 16 notierten Australier Paul Nicholson durch. Auch im zweiten Duell des Tages hieß es 6:3, hier setzte sich erwartungsgemäß der Neunte der Weltrangliste, der Engländer Mark Walsh, gegen den Spanier Antonio Alcinas (125) durch, der vielerorts als Geheimfavorit gehandelt wurde. Den Saal richtig zum Kochen brachte dann der Deutsche Andree Welge. Gegen den Weltranglisten-Fünften Terry Jenkins holte er einen 2:4-Rückstand auf, startete den neunten Satz mit einer 180 – nur um am Ende ein "leichtes" Finish zu verpassen. Die ausgelassene Chance rächte sich, mit 4:6 zog er den Kürzeren, verließ die Bühne aber unter tosendem Beifall und erhobenen Hauptes.
"Es ist sehr schade, Andree hatte die Riesen-Chance, und hätte den Saal hier sicherlich völlig zur Ekstase getrieben, wenn er 5:4 in Führung gegangen wäre. Aber so ist es eben, wenn man ein einfaches Finish gegen so einen Weltklasse-Mann auslässt", analysierte Turnierleiter Brock.
Beim nächsten Match stieg das Stimmungsbarometer weiter an: Mit dem Australier Simon Whitlock (8) spielte einer der absoluten Publikumslieblinge gegen den Weltranglisten-18., den Engländer Dennis Priestley. Zunächst roch es nach einer klaren Angelegenheit – vor allem, da der Australier eine 180 nach der nächsten einstreute, das Publikum so ein ums andere Mal mit den beliebten 180-Schildern winkend zum grölen brachte. Bei einer 5:1-Führung verpasste er es aber zweimal leichtfertig, den Sack zuzumachen. Schlussendlich setzte er sich aber 6:3 durch und bedankte sich mit einem Applaus in Richtung des Publikums, "das ihn so richtig gepuscht hat", wie Brock treffend resümierte.
Stompé beweist Humor
Völlig aus dem Häuschen waren die Besucher dann, als Superstar Phil Taylor die Bühne betrat. "There's only one Phil Taylor" – es gibt nur einen Phil Taylor sangen die Zuschauer immer wieder lauthals. Der niederländische Gegner von "The Power", Co Stompé, nahm seine Außenseiterrolle mit Humor, forderte das Publikum augenzwinkernd auf, ihn auch zu unterstützen. Es nutzte alles nichts, denn unter frenetischem Jubel setzte sich Phil Taylor 6:2 durch. Nur einen schien dies nicht so sehr zu interessieren: Während "The Power" drinnen die Massen elektrisierte, schlenderte Simon Whitlock gemütlich vor der Kathrin-Türks-Halle umher, genoss einen Döner und ein kaltes Getränk.
Die beiden übrigen Partien der ersten Runde zwischen den Niederländern Jelle Klaasen und Vincent van der Voort sowie dem Engländer Mervyn King und dem Waliser Barrie Bates.
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