Wassersport: Um die Welt surfen
VON JOACHIM SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 11.11.2011Wassersport (RP). Dennis Müller erfüllt sich einen Traum. Er trainiert in den nächsten 18 Monaten in den besten Surf-Revieren. Erst geht's nach Kapstadt. Weitere Ziele sind unter anderem Hawaii und Australien. 20 000 Euro hat er dafür gespart.
Zur Person
Dennis Müller begann im Alter von sieben Jahren bei einem Urlaub auf Fehmarn mit dem Surfen. Seit 2001 startet er bei Regatten und erreichte ein Jahr später bei seinem ersten Start bei einer Deutschen Jugend-Meisterschaft schon den dritten Platz.
Bereits ein Jahr später gab der 1,87 Meter große Weseler sein Debüt beim Deutschen Windsurf-Cup.
Niederrhein Dennis Müller ist in dieser Woche noch bei einem Sponsor in Italien, um sich mit dem neusten Material für seinen langen Trip auszurüsten. Dann kann's losgehen. Der 22-jährige Surfer der RTG Wesel, der bei der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe beschäftigt ist, erfüllt sich seinen großen Traum. Er surft 18 Monate um die Welt. Am Dienstag steigt Müller in den Flieger nach Südafrika. Kapstadt ist die erste Station des jungen Sportlers. Australien wird von Januar bis März 2014 die letzte sein.
Platz 53 in der Weltrangliste
"Es war schon immer mein großer Wunsch, in den besten Surf-Revieren der Welt mit den besten Surfern der Welt zu trainieren. Jetzt geht er in Erfüllung", sagt Müller, der in diesem Jahr vor Sylt seinen bislang größten Erfolg feierte. Er erreichte bei der Regatta der Deutschen Windsurf-Tour in der Disziplin Slalom den vierten Platz. Jetzt hofft er, dass ihn der Trip rund um den Globus sportlich noch weiter nach vorne bringt. "Ich werde in den nächsten Monaten so intensiv wie noch nie trainieren können. Das muss sich einfach auszahlen", sagt Müller. Sein großes sportliches Ziel für die nächsten Jahre ist es, Deutscher Meister im Slalom zu werden und in dieser Disziplin in der Weltrangliste in die Top 30 zu kommen. Derzeit steht der Bankkaufman auf Position 53, nachdem er in diesem Jahr bei Regatten der World Tour die Plätze 41 und 44 erreichte.
Dennis Müller hat in den vergangenen Jahren gut 20 000 Euro gespart, um sich seinen Traum zu erfüllen. Möglich machte ihn aber letztendlich erst sein Arbeitgeber. Die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe gewährte ihrem Angestellten 18 Monate unbezahlten Urlaub. "Der Vorstand der Sparkasse ist sehr sportorientiert. Es ist für mich wichtig, dass ich die Garantie habe, anschließend wieder einen Arbeitsplatz zu haben", sagt Müller. Denn er träumt nicht davon, irgendwann einmal ausschließlich von den spektakulären Ritten auf den Wellen leben zu können. "Profi will ich nicht werden", meint er.
Er wird die nächsten vier Monate in Kapstadt verbringen und dort täglich mehrere Stunden trainieren. "Um 9 Uhr morgens wird der Wind gecheckt. Dann geht's rauf aufs Brett." Mitte März wird Müller wieder kurze Zeit am Niederrhein sein, um für die nächste Etappe vorzubereiten.
Dann fährt er fünf Monate mit dem eigenen VW-Bus, in dem er auch schlafen wird, durch Europa. Der Gardasee in Italien, Südfrankreich, Spanien sowie die kanarischen Inseln Fuerteventura und Gran Canaria sind die Stationen. Dabei wird Müller in der Straße von Gibraltar und vor Fuerteventura bei Läufen der World Tour starten. Im September kehrt der 22-Jährige kurz nach Deutschland zurück, um bei der World Tour vor Sylt, dem Höhepunkt der Surf-Saison, dabei zu sein. Anschließend geht's über den großen Teich. Nach einer dreiwöchigen Reise durch die USA wird Müller einen Monat auf Hawaii trainieren. Australien ist anschließend die letzte Station.
"Wenn nicht jetzt, wann dann?"
Dennis Müller kann kaum abwarten, dass es endlich losgeht. "Wenn nicht jetzt, wann dann? Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für den Trip. Die nächste Chance wird wohl erst wieder kommen, wenn man Rentner ist", meint Müller. Er freut sich besonders, dass er in den nächsten Monaten täglich aufs Brett steigen kann. Denn bislang konnte er wegen seines Berufs nur an den Wochenenden trainieren. Dann fuhr er regelmäßig in die Niederlande an die Nordsee. In den nächsten Monaten wird Dennis Müller die besten Surf-Reviere direkt vor der Haustür haben.
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