MSV Duisburg: Abrechnung mit Peter Neururer
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 31.10.2009 - 09:35Peter Neururer fehlten nur 19 Tage. Dann wäre er ein Jahr verantwortlicher Trainer des MSV Duisburg gewesen. So weit ist es nicht gekommen. Sein Engagement endete mit der Beurlaubung durch seinen Arbeitgeber. Beide Seiten sprachen zunächst von einer einvernehmlichen Trennung. Ganz so harmonisch war es am Ende dann allerdings wohl doch nicht.
MSV-Boss Walter Hellmich umschrieb die Gründe für eine Neubesetzung der Stelle so: "Wir suchen nach einem, der mehr durch harte Arbeit glänzt als durch große Sprüche." Eine Botschaft, die durchaus bei dem Betroffenen angekommen ist. Der meldete sich flugs am Abend via TV-Interview zu Wort und entgegnete: "Das Ende war etwas merkwürdig. Ich habe mit dem Präsidenten seit Wochen keinen Kontakt mehr gehabt. Was er denkt, habe ich nur aus der Zeitung erfahren."
Zwei Freunde fürs Leben haben sich da nicht gefunden. Immerhin war Hellmich darum bemüht, die Abrechnung mit seinem ehemaligen Angestellten nicht zu gnadenlos werden zu lassen. "Es war eine angenehme Zusammenarbeit", sagte der Bauunternehmer, "aber sie passte nicht mehr."
Den Ausschlag gab für Hellmich und seine Mitstreiter im Vorstand die peinliche Vorstellung des angeschlagenen Teams beim Achtelfinal-Pokalspiel in Augsburg, das der MSV mit 0:5 verloren hatte. "Da sitzt mir jetzt noch der Schrecken in den Gliedern", bekundete er, den darüber hinaus ein "Gefühl der Ohnmacht" beschlichen haben will angesichts des desolaten Zustands der Mannschaft.
Außerdem habe es sportliche Schwankungen in den vergangenen Wochen gegeben, dass "wir einfach einen Cut machen mussten". Die Mannschaft soll nun nach dem frommen Wunsch des Vorsitzenden den Hebel umlegen und an bessere Zeiten anknüpfen. Das Potenzial sei prächtig, und deshalb habe das Ziel Aufstieg immer noch klare Priorität und sei auch noch nicht in weite Ferne gerückt. Ansichtssache.
Beim Auswärtsspiel in Koblenz wird zunächst Assistent Uwe Speidel in die Bresche springen und die Mannschaft betreuen. Danach soll der neue Trainer präsentiert werden. "So viele Kandidaten gibt es für den MSV nicht auf dem Markt", sagte Hellmich. "Wir werden uns mit allen Bewerbern zusammensetzen und nach einer schnellen Lösung suchen." Derzeit stehen in den entlassenen Rudi Bommer und Neururer schon zwei Trainer auf der Gehaltsliste – ein dritter kommt jetzt noch dazu.
Nach dem nächsten Heimspiel gegen LR Ahlen soll es so weit sein. Sportdirektor Bruno Hübner betonte, er trage die Entscheidung der Beurlaubung von Neururer mit. Auf dem "Trainermarkt" ist neben Klaus Augenthaler und Frank Pagelsdorf im früheren Schalker Interimscoach Mike Büskens auch ein Mann, der als Profi selbst für den MSV spielte. Über Augenthaler und Pagelsdorf sagte Hellmich: "Beides sind erfahrene Trainer, von denen ich eine Menge halte."
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