Erst zwei Kurzeinsätze: Ailton - Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind
zuletzt aktualisiert: 25.09.2007 - 12:13Groß war der Jubel bei den Fans des MSV Duisburg, als die "Zebras" im Sommer einen wahren Transfercoup bekannt gaben. Der Brasilianer Ailton, der bereits für Werder Bremen, Schalke 04 und den Hamburger SV in der Bundesliga auf Torejagd ging und dabei sehr erfolgreich war, kam an die Wedau. Doch aus dem einstigen Hoffnungestäger ist ein Sorgenkind geworden. Ailton ist noch nicht angekommen in Duisburg.
Der ehemalige Torschützenkönig der Bundesliga brachte es in den ersten fünf Begegnungen auf zwei Kurzeinsätze mit insgesamt 55 Minuten Spieldauer. Bei der Niederlage am vergangenen Samstag bei Hansa Rostock (0:2) fehlte der 34-Jährige ebenso mit einer Bauchmuskelzerrung. Auch gegen Schalke 04 am Dienstag (20 Uhr/LIVE!-Ticker) ist das Enfant Terrible nicht dabei.
"Man sollte ihm noch ein bisschen Zeit geben. Er wird uns mit Sicherheit noch helfen", sagt zwar Rudi Bommer. Doch für den MSV-Trainer ist der "Kugelblitz" momentan nur Stürmer Nummer vier hinter Manasseh Ishiaku, Klemen Lavric und Markus Daun. Letzteren lobte Ex-Nationalspieler Bommer zuletzt immer wieder wegen seines "großen Einsatzes im Training".
"Ich will dem MSV helfen"
Ailton konnte seinen Coach von seinen Qualitäten bisher nicht überzeugen, trotzdem sagt er noch: "Ich bin unglaublich motiviert und will dem MSV helfen." In Duisburg besitzt er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2008 mit einer Option auf eine weitere Saison.
In dieser Zeit will Ailton seine Torquote in der Bundesliga weiter aufbessern und seinem Klub zum angestrebten Klassenerhalt verhelfen. Mit 105 Treffern in 213 Spielen schaffte es der 1,77 Meter große Angreifer, als dritter ausländischer Spieler in der Bundesliga nach dem Schweizer Stephane Chapuisat (106) und seinem Landsmann Giovane Elber (133) mehr als 100 Tore zu erzielen. Zudem wurde er nach der Meisterschaft und dem Pokalsieg mit Werder Bremen 2004 als erster Ausländer zum Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt.
Doch danach ging es bergab für "Toni". Nach seinem Wechsel zu Schalke 04 erfüllte er bei den Königsblauen nur selten die hohen Erwartungen. Stattdessen fiel er durch seine Eskapaden außerhalb des Platzes auf. Schon nach einem Jahr flüchtete er zu Besiktas Istanbul, versuchte dann noch einmal ein Bundesliga-Comeback beim Hamburger SV - aber ohne Erfolg. Roter Stern Belgrad und Grasshopper Zürich waren die nächsten Stationen weiter unten auf der Karriereleiter, ehe der MSV zugriff.
Von seiner Glanzzeit dürfen Ailton und Duisburg momentan nur träumen. Bei seinen Kurzeinsätzen gegen den VfL Wolfsburg (1:3) und beim VfB Stuttgart (0:1) konnte der Stürmer als Joker keine Akzente setzen. Er wirkte dabei noch wie ein Fremdkörper in der Mannschaft, ohne Torgefahr zu verbreiten.
Duisburgs Aufsichtsratschef Walter Hellmich glaubt aber weiterhin an die Fähigkeiten seiner Neuerwerbung: "Er verhält sich hervorragend. Ich bin fest davon überzeugt, dass er seine Chance bekommt."
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