MSV Duisburg: Andersens Märchen
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 23.09.2009Der MSV Duisburg setzte sich gestern Abend bei Borussia Mönchengladbach mit 1:0 durch und steht in der dritten Runde des DFB-Pokals. Der frühere Gladbacher Kristoffer Andersen traf in der Nachspielzeit und besiegelte damit den Sieg, der 500 000 Euro einbringt.
Die Statistik
Aufstellung: Starke - Korzynietz, Schlicke, Tiago, Veigneau - Caiuby (83. Adler), Bodzek, Tiffert, Ede (62. Andersen) - Ben-Hatira (90. Grlic) - Larsen.
Tor: 0:1 Andersen (90.+1)
Zuschauer: 45 397 im Borussia-Park
Schiedsrichter: Marco Fritz (Kolb)
Gelbe Karten: Tiago, Tiffert
Der Däne Kristoffer Andersen schlenzte die Zweifel am Zebra ins rechte obere Toreck im Mönchengladbacher Borussia-Park. Da können sie auch für immer bleiben. Klug eingesetzt von Landsmann Sören Larsen schoss der eingewechselte Rechtsfuß den MSV Duisburg vor 45 397 Zuschauern in die dritte Pokalrunde. 57 Sekunden waren in der Nachspielzeit gespielt, als Andersen mit einem Geniestreich den 1:0 (0:0)-Erfolg einbuchte und gleich mehrere Fliegen erschlug: Knapp 500 000 Euro wandern als Siegprämie aufs Konto. Geld, das der Klub sehr gut gebrauchen kann. Die Krise, ausgelöst durch das 1:4 in Kaiserslautern und das 0:3 gegen Bielefeld, beendete der Überraschungscoup im Niederrhein-Derby fürs Erste.
Aus Frust wurde Freude
Der Frust vom Freitag verwandelte sich in schiere Freude bei den mitgereisten Fans und bei dem tanzenden Team von Peter Neururer. Der Trainer blieb im Moment des Glücks sehr kühl und merkte wie selbstverständlich an. "Das war ein geplanter Sieg." Gladbach, das ebenfalls mit der Schwerlast von zwei Niederlagen in Folge in die Partie gegangen war, habe mehr unter Druck gestanden als seine Mannschaft.
Was der Pokalerfolg an Selbstbewusstsein bringt, wird man am kommenden Freitag im Liga-Alltag bei RW Oberhausen sehen. Für gestern bleibt festzuhalten: Der Erfolg entsprang nicht allein einem Lucky Punch. Die Zebras gewannen mit gutem Recht. Der Zweitligist agierte über 90 Minuten auf Ball- und Augenhöhe mit der Borussia. Chancen hatten die Gladbacher durchaus, den Außenseiter wie vorgewettet aus dem Rennen zu werfen. Bobadilla gleich nach fünf Minuten und Matmour vor der Pause zwangen Tom Starke zur Tat. Der eingewechselte Neuville haute den Ball aus bester Position über den Kasten.
Freilich, auch der MSV spielte sich mehr als einmal bestens in Position. Vor allem im zweiten Durchgang ging mehr als nur Aufräumarbeit vor dem eigenen Tor. Das wirkte beseelt und mit Lust auf den Überraschungserfolg. Und das ohne den verletzten Sandro Wagner, der mit einer Knieverletzung ausfiel und Caiuby in die Startelf einrücken ließ.
Allen voran Änis Ben-Hatira übernahm die Rolle des Chefkreativen mit großem Herz und einer Zebralunge, die wohl auch Autoreifen aufpusten kann. Der Ex-Hamburger rannte und kämpfte. Nicht immer traf er die richtige Entscheidung. Doch sein Willen öffnete den Weg. Für den Siegtreffer selbst zu sorgen, blieb ihm jedoch verwehrt. Bei seinem Kopfball nach der Pause rettete Gladbachs Keeper Bailly, indem er die Kugel an den Pfosten lenkte. Wenig später scheiterte Ben-Hatira in noch besserer Position am Keeper. In der Schlussphase schloss der Offensivgeist zwei Dauerläufe mit satten Schüssen ab. Und wieder parierte Bailly.
Wie kurios dann: Neururer nahm Ben-Hatira in letzter Minute vom Platz. Der für ihn eingewechselte Ivo Grlic bereitete den entscheidenden Schlag vor. Sein Zuspiel leitete Larsen zu Andersen. Der Rest war Jubel. Verdienter Jubel.
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