MSV Duisburg: Auf Grlic ist immer noch Verlass
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 07.10.2009Es gibt so manchen MSV-Freund, der sich am Freitag Abend gefreut hat. Klar, dass Sören Larsen drei Tore geschossen hat und die Mannschaft die Kurve kriegte mit dem Sieg gegen Union Berlin, das war auch sympathisch.
Aber dass Ivo Grlic mal wieder in der Stammbesetzung auftauchte, war schon mehr als ein Nebensatz wert. Die Fußnote wäre umso größer ausgefallen, wenn, ja wenn sich nicht der neue dänische Kollege für das WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweden am Samstag in Kopenhagen warm geschossen hätte.
Das Comeback von Grlic im Team vollzog sich gewiss auch aus personellen Gründen, aber die 90 Minuten gegen die "Eisernen" haben gezeigt, dass er noch nichts verlernt hat. Als "Sechser" neben Adam Bodzek lieferte Grlic eine grundsolide Partie ab.
Man spürte förmlich, dass er besonders darauf achtete, keine Fehler zu machen. Oder so wenige wie eben möglich. Laufvermögen und Kampfkraft sind die alten Tugenden des Mittelfeldaspielers. Die Spieleröffnung könnte besser sein, und die Freistoßtore von früher gibt es in dieser Saison auch vielleicht mal wieder. Ivo Grlic hat jedenfalls bewiesen, dass mit ihm immer noch zu rechnen ist.
Auch für ihn gilt: "Das war für uns alle ein enorm wichtiger Sieg, der genau zur rechten Zeit kam", gab er nach dem Match wieder von Spannungen gelöst zu Protokoll. Denn ein bisschen nervös kann ein Mann wie Grlic nach so langer Pause und dem Druck der Bewährung auch mal sein.
Ivo Grlic, der frühere Nationalspieler von Bosnien-Herzogvina, ist nicht von der Sorte, die aufmuckt, wenn es mal nicht nach Wunsch läuft. Der 34-jährige, dessen Vertrag beim MSV nach dann fünf Jahren ausläuft und der dann wohl seine Karriere beendet, gehört eher zu den Stillen im Lande, obwohl er als Vorgänger von Björn Schlicke im Amt des Kapitäns schon mal laut werden konnte.
Dass Grlic nicht auch in diesem Jahr Spielführer ist, sondern der Verteidiger und Ex-Kölner, hat den Routinier keineswegs aus der Bahn geworfen. Und dass er nur noch als Auswechselspieler zum Stamm des Teams gehörte, hat er ohne Klage hingenommen. Gegen Berlin bewies er aber, dass auf ihn Verlass ist. Und das nicht nur in der personellen Not.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








