MSV: Bereit zum großen Finale
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 14.05.2007 - 10:34Der MSV gewann in Paderborn glatt mit 3:0 und braucht beim Saisonabschluss gegen Essen nun noch einen knappen Sieg zum Aufstieg. Und RWE darf sich im Abstiegskampf nicht verstecken.
Der Ausflug ins Westfälische hat sich gelohnt. Für die 4000 Fans sowieso, die eine beeindruckend stimulierende Kulisse boten für die siegreichen Zebras. Für die Mannschaft deshalb, weil sie mit dem klaren und souverän herausgespielten 3:0-Erfolg gerade zum rechten Zeitpunkt eine gut gefüllte Schüppe Selbstvertrauen draufpackte. Für den Trainer, weil Rudi Bommer mit seiner offensiven Marschroute alles wagte und - jedenfalls in Paderborn - alles gewann. Für Walter Hellmich, weil der Vorsitzende jetzt wohl erst ein paar Nächte besser schlafen kann. Erst ab Freitag oder so wird sich womöglich wieder eine kleine nächtliche Störung einstellen. Die Entscheidung naht dann. Das große Finale gegen die Essener stellt alles in den Schatten. Sogar ein 5:3 in Fürth oder ein 3:1 in Köln. Sonntag wird die Spannung mit Händen greifbar sein. Freuen wir uns darauf.
In der ostwestfälischen Provinz und seines Hermann-Löns-Stadions mit dem gediegenen Charme hatte der coole MSV kein wirkliches Problem. Die Zebras profitierten von Bommers Richtunganzeige mit vier Stürmern und einem frühen Treffer von Klemen Lavric, den der muntere Tobias Willi und dann Mo Idrissou klug vorbereiteten. Danach war Ruhe im Schacht. Ein Tor schon nach 70 Sekunden beruhigt die eigenen Nerven und setzt den Gegner unter Druck. Wenn davon überhaupt die Rede sein konnte, immerhin hatten sich die Paderborner letzte Woche gerettet und sehnen das Saisonende nach erreichtem Klassenziel herbei. Wenn sich die Gastgeber zwischendurch optisch mal besser in Szene zu setzen vermochten, Chef im Ring waren stets die Zebras. Georg Koch verbrachte einen relativ entspannten Nachmittag ohne große Belastung.
Das 2:0 nach einer halben Stunde machte Ivo Grlic. Wieder Grlic. Wieder per Freistoß. Der Nationalspieler trifft im Moment wie er will. Diesmal war die Dame Fortuna noch mit im Spiel. Effet-Schuss, Innenpfosten, drin - so geht das, wenn man einen Lauf hat. Nie war Ivo so wertvoll wie in diesen Wochen. Dass Walter Hellmich dabei ist, seinen Vertrag zu verlängern, versteht man gut.
Das 3:0 und damit den Schlusspunkt setzte Mo Idrissou. Klemen Lavric´ feine Hereingabe staubte der Mann aus dem Kamerun leicht ab. Und ließ sich danach feiern. Treffer Nummer acht. Ein bisschen wenig, aber immerhin. Was zählt, ist die Mannschaft. Die setzte sich stark in Szene. „Eine für alle, alle für einen“, hatte Ivo Grlic diesmal ausgemacht, im Gegensatz zum Kölner Spiel. Ohne Youssef Mokhatri, dafür mit Lavric als viertem Stürmer vom Start weg gab’s eine mannschaftliche Geschlossenheit. Kein Ausfall, alle Mann unterwegs bis zur Erschöpfung. Die Arbeit hatte sich in der Tat gelohnt. Die Weichen sind gestellt. Dass Mihai Tararache einen Elfmeter versemmelte und dass Klemen Lavric nach dummem Foul gesperrt ist gegen RWE, waren nur zwei Makel. Mehr waren nicht auzumachen.
STATISTIK:
Paderborn: Starke - Fall, Djurisic, Brouwers, Colinet - Krösche (46. Röttger), Gouiffe a Goufan - Bayrak (56. Brinkmann), Krupnikovic, Schüßler - Müller (65. Schulp). - Trainer: Fach
Duisburg: Koch - Willi (60. Weber), Filipescu, Lanzaat, Bugera - Tararache (86. Mokhtari), Grlic (78. Bodzek) - Kurth - Daun, Lavric, Idrissou. - Trainer: Bommer
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Tore: 0:1 Lavric (2.), 0:2 Grlic (29.), 0:3 Idrissou (65.)
Zuschauer: 9200
Beste Spieler: Bayrak - Lanzaat, Lavric
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: Müller (10) - Idrissou (5/2), Lavric (5)
Bes. Vorkommnis: Starke hält Foulelfmeter von Tararache (54.)
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