MSV Duisburg: Das 1:1 – eine „gefühlte“ Niederlage
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 10.03.2008Zum ersten Mal in der Saison konnte der MSV ein Abstiegs-Endspiel nicht gewinnen. Gegen Cottbus, Nürnberg und gegen Bielefeld (sogar zweimal) gab es in kritischer Lage die ersehnten Siege. Immerhin, nach zuletzt drei Niederlage gegen die Hansa steht ein Punktgewinn fast schon im Rang eines positiven Trends. Der Abstand zum rettenden Ufer ist nach wie vor nicht so groß, dass man die DLRG rufen müsste. Das kann selbst ein Zebra aus eigener Kraft schaffen.
Dicke Brocken kommen noch
Trotzdem: Das 1:1 war eine „gefühlte Niederlage“. Die dicken Brocken kommen ja alle noch. Wie soll es da werden, wenn schon gegen grobmotorische Rostocker so wenig geht? Rudi Bommer sprach deshalb von großer Enttäuschung, Walter Hellmich bemerkte, unterm Strich sei das Remis zu wenig und die Fans forderten gleich den Kopf des Trainers. Sportdirektor Bruno Hübner beeilte sich die Diskussion im Keim zu ersticken. Die Mannschaft sei richtig eingestellt gewesen. Nein, auf eine solche Personaldiskussion will man sich nicht auch noch einlassen. Es gab davon in dieser Saison ja schon genug: Necat Aygün durfte gar nicht erst aufs Mannschaftsfoto. Youssef Mokhtari zog nach Katar um. Mo Idrissou war nicht mehr kompatibel. Ailton sowieso nicht. Roque Junior wollte nicht mehr mitspielen und ging. Klemen Lavric wollte unbedingt mitspielen und muss berechtigt auf der Tribüne sitzen. Gegen Rostock hockte schließlich nur Sascha Mölders auf der Bank. Diesen Angreifer brachte Bommer nicht, weil er „Dortmund und Stuttgart im Hinterkopf hatte“, wie er sagte, und nicht wieder ins offene Messer rennen wollte. Da hat wohl nicht nur das Team Nerven gezeigt.
Muskelverletzungen (wie jetzt wieder bei Ishiaku) in der ersten Halbzeit grassieren beim MSV wie Mumps im Kindergarten. Jede Woche zwickt‘s einen anderen. Elf Mal bereits musste Bommer in dieser Saison noch vor der Pause auswechseln. Beispiele: In Hannover kam Christian Weber (nach vermeintlich überstandener Muskelverletzung) für den am Muskel verletzten Tobias Willi rein. Weber hielt dann aber nur 38 Minuten durch. Musste raus. Mit einer Muskelverletzung. Gegen Berlin im Hinspiel ging Filipescu nach 22 Minuten mit der selben Blessur raus, pausierte drei Spiele und kam wieder gegen Bremen. Da musste er mit einem erneuten Rückschlag nach 19 Minuten schon wieder aufgeben. Aus gegebenem Anlass rotiert der MSV so intensiv, dass es selbst Ottmar Hitzfeld schwindelig würde: 29 Spieler standen in dieser Saison schon mal fürs Zebra auf dem Platz.
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