MSV Duisburg: Das Aus für Lavric
zuletzt aktualisiert: 29.02.2008 - 07:57Der Slowene Klemen Lavric soll kein Spiel mehr für den MSV bestreiten. Weil er eine Stammplatz-Garantie vom Trainer wollte und erklärte, sich andernfalls auf die Tribüne zu setzen. Rudi Bommer: „Wir kämpfen ums Überleben und einer denkt nur an sich“
Das Thema ist durch. Klemen Lavric wird in dieser Saison nicht mehr für den MSV spielen. Das kündigte Rudi Bommer gestern an. Knallhart. Ohne Kompromisse. Grund: Lavric stellte im Gespräch mit dem Trainer eine Stammplatz-Forderung und kündigte an, sich andernfalls auf die Tribüne zu setzen.
„Wir kämpfen in der Gemeinschaft ums Überleben, und einer denkt nur an sich“, stellte der Trainer säuerlich fest, und: „Das ist starker Tobak. Jeder muss durch Leistung überzeugen und sich anbieten, aber von Klemen ist da zu wenig gekommen.“
Vor Bielefeld hatte der Nationalspieler lustlos trainiert und war aus dem Kader gestrichen worden. Bommer blickte zurück: „Er hat alle Möglichkeiten bekommen, ich habe ihm mehrfach das Vertrauen ausgesprochen, und jetzt das.“
Der Vertrag mit Lavric läuft am Ende der Saison aus, der MSV besitzt aber eine Option für ein weiteres Jahr - und wird davon auch Gebrauch machen. Schließlich kann der Kicker dann verkauft werden. Und dass Lavric einen neuen Arbeitgeber findet, davon kann man getrost ausgehen.
Noch im letzten Sommer hatte Lavric mit einem Wechsel offenbar nach Spanien geliebäugelt und war anschließend beleidigt, weil der MSV einem Transfer die Zustimmung versagte. Jetzt erklärte der Profi, „mit dem Trainer und mir passt es nicht“.
Heute im Berliner Olympiastadion werden wie in Bielefeld und zuvor in der zweiten Halbzeit gegen den VfB Stuttgart Claudiu Niculescu und Manasseh Ishiaku die beiden Spitzen sein. Aus der Pressekonferenz bei Hertha BSC verlautete gestern, man erwarte die „Duisburger Mauermannschaft“.
„Wir spielen mit zwei Angreifern, Hertha nur mit einer, da möchte ich wissen, wer denn da mauert“, so Rudi Bommer, der - abgesehen vom Thema Lavric - eine „sehr gute Trainingswoche“ hinter sich sah und schon deshalb dem Auswärtsspiel in der Hauptstadt optimistisch entgegen blickt.
„Wir wollen dort was reißen, wir sind dran“, sagte er. Für den gesperrten Christian Tiffert sind Blagoy Georgiev und der im Training starke Maicon erste Wahl. Sonst sieht der Trainer keinen Grund für eine Veränderung im Team.
In den jüngsten fünfeinhalb Spielen und 505 Minuten vor heimischem Publikum bejubelten die Berliner, die in vier der letzten sieben Aufgaben torlos blieben, nur zwei Treffer. Die fielen jeweils in den letzten fünf Minuten, in denen Hertha schon sechs Punkte holte, zu 1:0-Siegen gegen Hannover und Bielefeld.
Top-Torjäger Marko Pantelic traf zu Hause seit dem 27. Oktober nicht mehr, das soll sich heute auch nicht ändern. Der MSV verlor die letzten beiden Gastspiele in Berlin, hat aber mit zehn Punkten die beste Auswärtsausbeute der Klubs aus dem unteren Tabellendrittel. Kein Team erzielte in der Rückrunde mehr als die acht Tore der Duisburger. In der MSV-Arena gab es beim Hinspiel einen glücklichen 2:1-Sieg der Berliner.
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