MSV Duisburg: Das böse Wort von der Krise
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 26.09.2009 - 08:31Der MSV ist nach dem Pokalsieg in Gladbach am Freitag aus allen Träumen gerissen worden. Im Niederrheinderby gab es mit dem 0:1 die dritte Zweitliga-Niederlage hintereinander. Jetzt ist Gefahr im Verzug.
Von Nachbarschaftsschlagern ist man schon mal Rasse und Klasse, packende Zweikämpfe und mitreißende Atmosphäre gewohnt. Von dieser Qualität konnten die 12.615 Zuschauer am Freitag im uralten Niederrheinstadion aber nicht gerade schwärmen.
Es war mehr ein lange währender Krampf, jedenfalls auf Duisburger Seite. Die Mannschaft war einfach nicht wieder zu erkennen. Im Gegensatz zum letzten Dienstag in Gladbach beim Husarenritt mit dem Sieg im Pokalspiel bot das Team gestern eine ganz schwache Vorstellung, bei der nichts, aber auch gar nichts stimmte. Rot-Weiß Oberhausen buchte mit dem 1:0 einen wichtigen Heimsieg, und die bitter auf der ganzen Linie enttäuschenden Zebras blieben auch im dritten Meisterschaftsspiel hintereinander ohne Punkt. „Ich habe lange Zeit die Hand schützend über die Spieler gehalten, aber damit ist jetzt Schluss“, wetterte Trainer Neururer.
Drei Niederlage in Kaiserslautern, gegen Bielefeld und nun in der Nachbarschaft lassen die Alarmglocken heftig schrillen. Die Krise, vorher wegen angeblicher Qualität nicht für möglich gehalten, ist da. Kapitän Björn Schlicke meinte zwar, es sei noch ein bisschen zu früh, davon zu reden, aber seine Stimme klang dabei eher zaghaft. Dass Torwart Tom Starke, wieder der beste Duisburger, der sogar in einigen haarsträubenden Szenen vor seinem Tor Schlimmeres verhinderte, angefressen erklärte, die Mannschaft sei wie auf dem Betzenberg oder gegen die Ostwestfalen „zusammen gebrochen“, spricht für sich und gegen die eingesetzten 14 Kicker. Nichts habe gepasst. Auf einen Nenner gebracht war das in der Tat so. Es war eine endlos sprudelnde Fehlerquelle, aus der RWO den heiß ersehnten Dreier schöpfte.
Schon zur Pause sprach Sportdirektor Bruno Hübner fast ungläubig davon, dass er sich die schlechte Darbietung nicht erklären könne. Der MSV stand viel zu weit weg von den Gegenspielern, verlor unglaublich viele Zweikämpfe und produzierte eine nicht für möglich gehaltene Vielzahl an Fehlpässen.
Das Tor des Tages ging auf die Kappe vom Kapitän. Anstatt den Ball zu Tom Starke zurück zu köpfen, versuchte es Björn Schlicke in einer Szene fast ohne Gefahr mit einem Rückzieher. Das Bein Schlickes sei zu hoch gewesen, wertete der Schiedsrichter. Heinrich Schmidtgals Freistoß passte genau in den Winkel.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








