MSV Duisburg: Das Erfolgserlebnis fehlt
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 20.02.2012MSV Duisburg (RP). Mannschaft, Trainer und Fans lechzen danach, endlich mal in Führung gehen zu können. Dann könnte vieles anders aussehen. Oliver Reck sitzt auch nach der dritten Niederlage hintereinander fest im Satteln. Am Freitag in Dresden muss es "krachen".
Irgendjemand glaubte, am letzten Donnerstag einen gewissen Michael Skibbe am Duisburger Hauptbahnhof erkannt zu haben; ein anderer stellte zum gleichen Thema die Frage, ob vielleicht ein neuer Trainer her müsse, um das leck geschlagene MSV-Schiff wieder flott zu machen.
"Alles Quatsch", hieß es aus der Chef-Etage mit Sportdirektor Ivo Grlic und aus dem Dunstkreis des Kompetenz-Teams mit Bernard Dietz oder Alfred Nijhues als Experten des Geschäfts. Vorsitzender Andreas Rüttgers kehrt erst übermorgen von einer Auslandgeschäftsreise zurück.
Aber er neigt ja sicher nicht zu Panikentscheidungen. Die Frage ist in der Ball-Branche ja durchaus legitim nach den drei Niederlagen in Folge und der allgemeinen Tristesse im Gepräck, sie wird aber aktuell keine schlüssige Antwort finden. Denn: Oliver Reck sitzt trotzdem fest im Sattel, jedenfalls im Augenblick. Was allerdings alles möglich ist im Geschäft mit dem runden Leder, zeigt Otto Rehhagels Einstieg in Berlin, wo ein Mann wie Skibbe kläglich scheiterte mit fünf Niederlagen hintereinander. Deshalb an die Adresse des Bahnhofs-Beobachters: Da hat sich wohl jemand verguckt.
Schwarzmalerei
Was wird, wenn die Zebras am kommenden Freitag in Dresden verlieren und anschließend daheim gegen den nächsten Aufstiegs-Favoriten aus Fürth wieder keinen Punkt holen? Sicher, das ist reine Spekulation und Schwarzmalerei. Wenn es aber so kommt, dann werden alle Beteiligten die Konsequenz einer weiter sich verschärfenden Situation diskutieren müssen.
Was dagegen spricht: Die Mannschaft funktioniert noch, sie sendete durchaus Signale, dass sie noch lebt, dass sie "will", um Oliver Recks Kommentar zu bemühen. Der Wille, das kämpferische Engagement, das Steuer herumzureißen, sind vorhanden. Das wurde am Freitag gegen den FC St. Pauli zumindest in einer ordentlich geführten, kämpferisch belebenden Leistung bei einer erneuten Aufholjagd in der zweiten Halbzeit deutlich. Der Kampf bis zum Schluss war ein Signal des Teams: Wir haben uns noch längst nicht aufgegeben.
Standardsituation
Aber das Toreschießen! Dafür müssen die Zebra-Stürmer selbst sorgen, das kann ihnen niemand abnehmen. Kein Trainer, kein Sportdirektor, nur sie selbst. Nur eins gegen Frankfurt trotz riesiger Möglichkeiten, mehr zu erzielen, zwei Treffer auswärts in Rostock ohne Wert, keins gegen die Hansestädter – das Problem zieht sich durch die Mannschaft.
Benny Kerns Analyse trifft den Kern: "Ohne Tor können wir nicht gewinnen." Und: Nur eine Standardsituation bei Bolls entscheidendem Kopfballtor reicht für den Gegner schon mal aus, die Punkte einzusammeln. Dass der Hamburger völlig unbedrängt einköpfeln konnte, weil von Emil Jula und Branimir Bajic nichts zu sehen war und Tohüter Felix Wiedwald wie erstarrt auf der Linie klebte, brachte den Trainer auf die Palme. Die Übungen in den Tagen zuvor waren darauf ausgelegt – ohne durchschlagenden Erfolg.
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