MSV Duisburg: Das letzte Aufgebot
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 21.11.2009Manchmal verhält es sich so, dass eine dezimierte Mannschaft über sich hinaus wächst. Das ist die MSV-Hoffnung für das Fürther Spiel. Und Milan Sasic verlangt engagierte Arbeit aller Spieler.
Bruno Hübners Bemühen umLoyalität und um Ehrlichkeit war in erster Linie an die Adresse der Medien gerichtet. Der Verein wolle mit dem neuen Trainer Milan Sasic den Hebel dazu umlegen. Der Sportdirektor weiß, dass das gewiss hehre Vorhaben nur ganz schwer umzusetzen sein wird, dass es wahrscheinlich unmöglich ist. Von näherem Zusammenrücken konnte man früher, zu Zeiten eines Bernard Dietz mal sprechen, aber heutzutage nicht mehr.
Von einer Schlägerei innerhalb der Mannschaft, von einer Abmahnung war in der dafür "zuständigen" Zeitung mit den großen Buchstaben die Rede, und alles löste sich dann klimatisch in sauberer Luft auf. Hübner: "Wenn es mal Spannungen untereinander geben sollte, und das muss sogar manchmal sein, hat das mit Handgreiflichkeiten noch längst nicht zu tun." Wenn freilich der Pressesprecher bis gegen 20 Uhr auf die Nachricht wartet, was es denn mit der Verletzung von Frank Fahrenhorst auf sich habe, aber keine Nachricht erhält und dann am nächten Tag aus den Medien erfahren muss, dass es sich um einen Muskelfaserriss handelt, dann kann es mit der Feinabstimmung auf keinen Fall stimmen. Sven Judith könnte Nachfolger von Tobias Günther werden, und er soll alle Nachrichten bündeln und weiter geben. "Gegenüber allen, auch den Fans, steht der MSV in der Bringschuld, das wissen wir nur zu genau", sagte Hübner und sprach damit das bisherige enttäuschende sportliche Abschneiden der Mannschaft an. Es soll auf Dauer eine Besserung geben.
Das gilt auch für die nächste Aufgabe morgen in Fürth, aber nur bedingt. Die lange Verletztenliste führt nun auch noch Kapitän Schlicke auf. Die gedachte Viererkette ist bis auf Olivier Veigneau außer Gefecht, die besten Stürmer fehlen sowieso, wie soll Milan Sasic da zurecht kommen? "Mein Motto ist, dass man sich zeigen muss, wenn es besonders schwierig ist." Der Trainer gerät ins Plaudern und Schwärmen, wenn er von deutscher Arbeitskraft spricht. So stellt er sich das vor: "Die Spieler müssen in Fürth arbeiten und noch mal arbeiten. Entschuldigungen gibt es nicht."
Noch einmal die lange Verletztenliste auf einen Blick: Wagner, Larsen, Korzynietz, Schlicke, Fahrenhorst, Bodzek, Tararache. So könnte das Team aussehen: Starke - Adler, Tiago, Soares, Veigneau - Grlic - Yankov, Ben Hatira, Sahan - Tiffert - Caiuby. Von den Talenten sollen Alon Abelski, Sven Theißen und Kevin Grund mitfahren.
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