MSV Duisburg: Das Personal-Problem
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 10.03.2008Etliche Zebras haben entweder keine Bundesliga-Tauglichkeit oder können mit der kritischen Situation nicht fertig werden. Gegen Hansa Rostock beim mühevollen 1:1 flatterten die Nerven gewaltig. Fortschritte – nicht erkennbar.
Aua. Das tat weh. Dieses Unentschieden schmerzte. Wieder nix mit einem Dreier in der Arena. Das 1:1 gegen die Rostocker war ein Schritt zurück. Der erhoffte Sprung nach vorn blieb aus. Auch wenn die Mannschaft sogar einen Punkt gutmachte auf die Bielefelder am rettenden Ufer. Aber das Ziel, Hansa mit in den Strudel zu reißen, wurde eben krass verfehlt. Wieder hat die Konkurrenz für den MSV gespielt. Der aber daraus wieder nicht Kapital schlagen konnte. Die Cottbuser Niederlage in Wolfsburg, das Bielefelder 0:2 gegen Schalke – das passte am Samstag. Nur die eigene Leistung beim schrecklich überflüssigen Unentschieden nicht. Die war nicht dazu angetan, den kommenden Aufgaben, etwa am Freitag auf Schalke, mit Optimismus entgegen zu blicken.
Was gab‘s an Positivem? Ivo Grlic‘ Freistoß zur Führung schon nach sieben Minuten etwa; die Rettungstat von Christian Weber, im Ganzen sehr, sehr schwach und total verunsichert, auf der Torlinie gegen den Kopfball von Rahn; der schöne Schuss von Georgiev kurz vor der Pause, den der tadellose Wächter prächtig meisterte; die drei Chancen durch Christian Tiffert, Claudiu Niculescu, beide vorbereitet von dem fixen Vrucina, und Maicon, der ganz zum Schluss das Rostocker Tor knapp verfehlte nach prächtiger Einzelleistung.
Drei Wochen Pause für den nigerianischen „Pflegefall“
Was gab‘s Negatives, außer dem Ergebnis? Der Muskelfaserriss von Manasseh Ishiaku schon nach 40 Sekunden (!) bei der ersten Ballberührung, der drei Wochen Pause nach sich zieht für den „Pflegefall“; das Ausgleichstor nach gegnerischem Einwurf, als Paule Beinlich vorlegte und Filipescu gegen den Schützen Agali nicht mitkam; das Flattern der Nerven gleich nach dem Ausgleich, als gerade mühsam aufgebaute Linie und Ordnung total verloren gingen; letztlich die enttäuschenden Leistungen einzelner Zebras, die dem Bundesliga-Standard meilenweit hinterher hinken. Zwei, drei Kämpfer wie Willi oder Grlic, dazu einer, der Fußball spielen kann, nämlich Tararache, ansonsten fußballerische Armut. Der weitere Weg ist vorgezeichnet, daran wird sich nichts ändern. Das Personal ist einfach zu schwach auf der Brust.
Was gab‘s an Bemerkenswertem? Klar, dass mit Ishiaku schon wieder ein schwer Verletzter zu beklagen ist nach dem Ausfall Björn Schlickes (beide Farerrisse), macht nachdenklich. Manager Bruno Hüber meinte, die Statistiken lügten nicht, und den vielen Verletzungen müsse man auf den Grund gehen. Dass Avalos draußen bleiben musste, verwunderte. Filipescu und Santos und ihr Leistungsvermögen kennen die Fans. Viel Vertrauen wird ihnen nicht zuteil. Da wäre man ja mal gespannt gewesen, was dieser Argentinier kann. Bemerkenswert war noch, dass Maicon nach seiner Einwechselung für Belebung sorgte, dass Vrucina auf der linken Seite zwei Chancen gut vorbereitete und durchaus zu gefallen wusste, nachdem er seine anfängliche Nervosität abgelegt hatte.
Unter dem Strich aber blieb maßlose Enttäuschung. Das Zebra tritt auf der Stelle.
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