MSV Duisburg: Das Straßenbahnduell
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010Für den MSV und die Fortuna zählt im Kampf um den Aufstieg am Sonntag nur ein Sieg. Das Straßenbahnduell beigeistert die Fans am Rhein seit Jahrzehnten. Es gab viele heiße Spiele. Unvergessen die 1:5-Schlappe der Fortuna gegen den MSV.
Als Schiedsrichter Kurt Tschenscher am 13. Mai 1967 das Spiel zwischen der Fortuna und dem MSV abpfeift, haben viele der 19.000 Zuschauer im Düsseldorfer Rheinstadion die Ränge bereits enttäuscht verlassen und sich auf den Heimweg gemacht. 1:5 steht auf der Anzeigentafel. Fortuna-Coach Kuno Klötzer steht fassungslos am Spielfeldrand. Sein Gegenüber, Zebra-Coach Hermann Eppendorf, ballt die Fäuste. Im Gästeblock wird ausgelassen gefeiert, die Zebra-Fans feiern ihren "Werner".
Gemeint ist Werner Krämer, dem in der zweiten Halbzeit zwischen der 57. und 87. Spielminute ein lupenreiner Hattrick gelang. Es war der bis heute höchste Sieg der Meidericher im Profifußball gegen den rheinischen Nachbarn, gleichzeitig war es die größte Schmach für die Fortuna gegen Duisburg überhaupt. Das Spiel war zudem das erst zweite Aufeinandertreffen der beiden rheinischen Rivalen in der 1. Fußball-Bundesliga, die Fortuna war in dieser Saison erst aufgestiegen. Das Hinspiel endete damals übrigens 1:1.
Bei den Meiderichern standen damals Legenden wie Hartmut Heidemann, Werner Lotz oder Michael Bella auf dem Platz. Das Tor hütetet der bis heute bei vielen Zebra-Anhängern unvergessene Manfred Manglitz. Auch wenn es in den Folgejahren zu vielen weiteren brisanten Duellen zwischen den beiden Mannschaften vom Rhein kam. Die Revanche für die bittere 1:5-Pleite hoben sich die Fortunen für ein ganz besonderes Spiel auf, nämlich für das DFB-Pokalhalbfinale der Saison 1977/78. Es sollte für die Meidericher ein ganz bitterer Tag werden. Vor 50.000 Zuschauern im damals restlos ausverkauften Rheinstadion gingen die Zebras zwar früh durch Ronald Worm in der 10. Spielminute in Führung. Doch dann drehten die Fortunen auf und stellten binnen vier Minuten die Partie auf den Kopf und gingen bereits in der 14. Spielminute mit 2:1 in Führung. Die Zebras hatten an diesem Tag nicht mehr viel entgegenzusetzen. Am Ende hieß es 4:1 für die Fortuna.
Insgesamt fällt die Bilanz der beiden rheinischen Konkurrenten gegeneinander ausgeglichen aus. In 37 Aufeinandertreffen in DFB-Pokal, 1. und 2. Bundesliga sowie Oberliga gingen die Duisburger elf Mal als Sieger vom Platz, die Fortuna gewann 13 der 37 Duelle. Zuletzt behielt der MSV bekanntlich im Hinspiel mit 3:0 die Oberhand.
Alles rund um den "Rhein-Schlager" und weitere Informationen zu legendären Spielen gibt es unter www.rp-online.de/duisburg
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