Fußball: Der Kämpfer aus dem Zentrum
VON TOBIAS KRZOSSA - zuletzt aktualisiert: 28.07.2010Der 26-jährige Benjamin Kern ist in der Szene als einer bekannt, der sich für seinen Verein zerreißt. In der kommenden Saison wird er für den MSV Duisburg auflaufen. Zuvor muss aber seinen verletzungsbedingten Rückstand aufholen.
Es war nicht das erste Mal, dass der 26 Jahre alte Benjamin Kern Kontakt zum aktuellen MSV-Coach Milan Sasic aufnahm, als er sich in diesem Sommer für einen Wechsel zu den Zebras entschied. Bereits in den vergangenen Jahren zeigte der kroatische Trainer immer wieder reges Interesse an der Kämpfernatur aus Göppingen.
Damals allerdings, als Sasic noch in Koblenz und in Lautern auf der Bank saß, klappte es nicht mit einer Vereinigung des Coaches und seines Wunschspielers. Während Ersterer, hinlänglich bekannt, seit der vergangenen Saison die Zebras auf Trab bringt, kickte Kern im letzten Jahr beim Ligakontrahenten RW Ahlen, mit dem er abstieg. Kurz nach Öffnung des Transferfensters stand dann fest: In diesem Jahr werden die Wege von Kern und Sasic zueinander führen.
"Ich bin froh, beim MSV gelandet zu sein. Das ist hier natürlich schon eine ganz andere Klasse als zuvor in Ahlen. Das Stadion, die Fans und natürlich die Ambitionen des Vereins sind mit denen in Ahlen nicht zu vergleichen", freut sich Kern auf seine Aufgaben beim MSV.
Neu allerdings sind diese Größenordnungen für das beidfüßige Zebra nicht. Vor zwei Jahren trug er das Trikot des FC Augsburg, der in der vergangenen Saison nur knapp am Aufstieg in die Bundesliga gescheitert war. Was den Trainer Sasic an dem flexibel einsetzbaren Kicker besonders imponieren dürfte, liegt auf der Hand. In der Szene ist Kern als Kämpfer vor dem Herrn bekannt. Als einer, der sich für seinen Verein zerreißt.
"Ich weiß, dass ich dieses Image besitze. Und damit kann ich mich auch voll identifizieren. Ich denke, dass ich ein ordentlicher Fußballer bin, aber ohne Kampf geht in dieser Liga nichts. Ich kann schlecht verlieren, und deshalb will ich mich in jedem Spiel voll reinhängen – das ist mein Naturell", erklärt der Neuling.
Dass Kern zweifelsohne auch fußballerisch seine Qualitäten besitzt, wird deutlich wenn man bedenkt, dass er sich auf dem Platz mitten im Zentrum zu Hause fühlt. Eine Position, auf der man an einem gewissen Maß an Technik nicht vorbeikommt. "Im Zentrum spiele ich am liebsten. Aber auch hinten rechts habe ich mich schon öfters bewiesen. Am Ende entscheidet dann der Trainer, wer wo spielt", so Kern, der sich einen Stammplatz als Ziel gesetzt hat: "Ganz klar, ich bin hier hergekommen, um zu spielen."
Um dieses Ziel zu verwirklichen, muss sich der Zweitliga-erfahrene Kicker allerdings erst einmal wieder ans Team heranarbeiten. Durch eine Sehnenentzündung lag Kern bei den Zebras erstmal flach. Daraus ergab sich im Trainingslager in Bad Kreuznach ein Rückstand, den jetzt schnellstmöglich aufzuholen gilt. Die Wohnungssuche wird ihm dabei sicher nicht mehr im Wege stehen.
Schnell fand der Neuzugang eine Wohnung und brachte den Umzug bereits hinter sich. Wie der gebürtige Göppinger denn mit der etwas anderen Mentalität der Menschen im Ruhrpott klar kommen würde, da gab er ein klare Antwort: "Ich lasse mich gern auf etwas Neues ein. Ich denke, das passt schon."
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