MSV Duisburg: Der MSV vor dem Rückrundenstart
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010Das einwöchige Trainingslager in der Türkei gehört der Vergangenheit an. Unter südlicher Sonne konnte ordentlich gearbeitet werden. Jetzt hat der Winter mit all seinen Konsequenzen die MSV-Delegation wieder.
Den Spekulationen sind Tür und Tor geöffnet. Am Freitagabend wurde Torhüter Tom Starke anstelle von Björn Schlicke auf einer Mannschaftssitzung in Belek völlig überraschend zum neuen Kapitän gewählt.
Der frühere Kölner gehört nun nicht einmal mehr dem Mannschaftsrat an und meldete sich anschließend mit einer Muskelverletzung ab. Schlicke – brutal abgeschossen, warum auch immer. Einer, der sich in den Jahren beim MSV alles andere als unseriös verhalten hat und nie ein Quertreiber war, der im Rahmen seiner Möglichkeiten das Beste aus sich heraus holte. Fest steht: Fast zum Abschluss des Trainingslagers in Belek zumindest eine sehr ungewöhnliche Maßnahme.
Info
Im zweiten Test gab es gegen Kickers Offenbach ein torloses Unentschieden. Aufstellung MSV: Starke (46. Herzog) - Veigneau, Fahrenhorst (82. Theißen), Tararache, Tiago - Grlic (46. Kayke/74. Abelski), Bodzek, Tiffert, Sahan (46. Caiuby) - Baljak, Adler
Eine Entscheidung mitten in der Saison gegen den alten "Chef" wirft Fragen auf. War der Trainer mit dem Verteidiger nicht zufrieden? Hatten die Teamkollegen triftigen Grund zur Änderung? Wollte Schlicke dieses Amt nicht weiter ausüben? Die Antwort fällt nichtssagend aus. Das Team sei stark verändert, also sei eine solche Maßnahme notwendig, hieß es sinngemäß vom Verein. Die offizielle Lesart ist mindestens ungeschickt. Wenn erklärt worden wäre, der neue Trainer wolle in der Winterpause eine neue Struktur im Team, dann hätte man das vielleicht noch abgenommen. Dass der stärkste Spieler im Team, der Torwart, berufen wurde, entbehrt nicht einem Schuss an Logik.
Was ist los im Zebrastall? Es gab nach dem Amtsantritt von Milan Sasic Ärger um den ehemaligen Cotrainer. Der Geschäftsführer nahm eine andere Aufgabe in Angriff. Der jahrelange Pressesprecher ging in Richtung München, was freilich verständlich ist, weil der Bayerische Fußball-Verband mit einer Offerte lockte. Chinedu Ede sprang in Richtung Berlin ab, was nicht weiter verwunderte, weil das ehemals "größte Berliner Talent" sich nur als Statist entpuppte. Chafdar Yankov wechselt wie berichtet zum ukrainischen Renommierklub nach Donezk. Srdjan Baljak kam als vermeintliche Verstärkung aus Mainz, weil es Probleme um Sören Larsen und Sandro Wagner gibt. Manager Bruno Hübner, dessen Vertrag am Ende der Saison ausläuft, tauchte in Belek fast völlig ab. Großes Stühlerücken ist angesagt. Was kommt wohl noch?
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