MSV Duisburg: Der Rückstand wächst
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 16.02.2010Der MSV Duisburg hat gestern Abend gegen den 1. FC Kaiserslautern 1:1-Unentschieden gespielt und liegt nur bereits sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz. Nach dem Treffer von Jendrisek glich der MSV unter Mithilfe von Lauterns Rodnei vor 14 000 Zuschauern postwendend aus.
Zum vorgezogenen Aschermittwoch verkam der Rosenmontag in der MSV-Arena vor 14.008 Zuschauern nun gerade nicht. Nach dem 1:1-Remis gegen den 1. FC Kaiserlautern will man aber auch keineswegs Bützchen verteilen. Der erste Punkt im dritten Spitzenspiel reicht nicht, um Hoffnung auf den Relegationsrang zu nähren. Erneut fiel die Offensivschwäche der Zebras auf. Ein guter Angriff im gesamten Spiel reichte zum Ausgleich durch eine "Geimschaftsproduktion" von Lauterns Rodnei und Baljak.
Was sollte nicht alles in die 90 Fußballminuten in dem wohl größten Duisburger Kühlschrank passen? Das Wiedersehen von Milan Sasis mit dem 1. FC Kaiserlautern, der ihm vor zehn Monaten den Stuhl vor die Kabine gestellt hatte. Der Abschied von MSV-Legende "Eia" Krämer, der Ärger um einen Kreditvertrag den Walter Hellmich beim Zebra abgeschlossen hatte, was der Chef erst abstritt und gestern dann doch zugeben musste. Das dritte Spitzenspiel innerhalb von zwei Wochen mit einer ausgesprochenen Verpflichtung zum Sieg war es dann auch. Und das zuallererst. Die Fans hatten das schnell erkannt. Dem ehemaligen Nationalspieler Krämer erwiesen sie vor dem Spiel die Referenz. Zu Hellmich fiel kein böses Wort von den Stehrängen. Statt dessen setzten die Fans auf Unterstützung der Mannschaft. Die Partie war für die Zukunft zu wichtig, um sich durch Geschichten aus dem Jahr 2005 davon ablenken zu lassen.
Die MSV-Abwehr stand sicherer als zuletzt, auch wenn Torhüter Tom Starke bei einem Kopfball Rodnei (5.) früh seine Rückkehr zu alter Stabilität beweisen musste und Martin Amedick nach einem Bugera-Freistoß die beste Chance der ersten Halbzeit per Kopf übers Tor expedierte. Und nach vorn, was ging da nach zwei Spielen ohne Tor? Allzu wenig. Da hätte sich mancher einen Krämer Pass zum Tor gewünscht. Doch dem Mittelfeld mangelte es bei allem Willen an Kreativität. Nicky Adler zeigte sich vorn ebenso wie Caiuby jung, dynamisch, aber erfolglos. In 70 Minuten gelang trotz allem Bemühen und dem Eindruck, dem Tabellenzweiten auf Augenhöhe zu begegnen, nicht mehr als ein Schüsschen von Baljak, mit dem der Lauterer Sippel im Tor die geringste Mühe hatte. Nicht mal dem Aushilfstorjäger Ivo Grlic wollte was gelingen. Seinen Freistoß aus günstiger Positionen lenkte ein roter Teufelskopf zur Ecke, bevor irgendein Herz schneller schlagen konnte. Erneut blieb das Zebra im ersten Durchgang chancenlos und ließ sich nach dem Wechsel ließ sich sehr lange nicht ohne Not aus der Deckung locken. Eher schon zeigte sich der Gast in der Vorwärtsbewegung auf seine knapp 2000 mitgereisten Freunde unternehmungslustiger. Lohnende Mühe, als Erik Jendrisek seinen Gegenspieler Fahrenhorst alt aussehen ließ und aus spitzem Winkel zum 1:0 (71) traf. Sasic reagierte, brachte Dario Vidosic, der postwendend den Ausgleich einleitete.
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