MSV Duisburg: "Ein grandioser Tag"
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 02.09.2009Viel stimmte schon mal beim MSV am letzten Tag des August: Personelle Aufbesserung, drei Tore gegen Fortuna und eine tolle Stimmung in der Arena. Nur die erste Halbzeit passte nicht ganz zum ungewöhnlich guten Rahmen.
Als einen "kleinen Schritt" nach vorne wertete Peter Neururer das 3:0 seiner Mannschaft im Derby gegen Fortuna Düsseldorf. Der rechte Glanz habe insgesamt noch gefehlt. Damit sprach der MSV-Trainer die erste Halbzeit an, als die Zebras mit denkwürdigen Stockfehlern Gefahr für sich selbst sorgten. Nach der Pause mit mehr Konsequenz wurde es besser. Da bewies der MSV eine Menge Qualität und individuell gutes Können. Das wurde allein durch Mihai Tararache deutlich.
Personelle Aufbesserung
Die drei Treffer von dem Rumänen, Christian Tiffert und Sandro Wagner, die verbesserte Leistung des bulgarischen Nationalspielers Chaftar Yankov oder des Zerstörers Frank Fahrenhorst, die personelle Aufbesserung des Kaders durch Sören Larsen und Änis Ben Hatira – all das summierte sich zu einem nicht nur für die Fans angenehmen Spätsommerabend. Gerade für das Umfeld sei das ein wichtiger Sieg gewesen, meinte Neururer, der insgesamt getrost feststellen konnte, das in seiner Elf die Bereitschaft zum Kampf und das Bemühen um spielerische Akzente stimmten. Aber die Anfangsphase saß dem 54-Jährigen noch im Nacken.
Alle waren sich einig
Ob Georg Koch oder Christian Weber, die Ex-Zebras, ob Fortunas Trainer Norbert Meier an alter Wirkungsstätte, sie alle waren sich einig. Die Landeshauptstädter haben sich wacker geschlagen. Sie waren in den ersten 20 Minuten sogar die etwas bessere Mannschaft mit klaren Möglichkeiten. Sie haben deshalb so deutlich verloren, weil sie kurz nach der Pause vom Glück verlassen wurden. Tom Starkes Rettungsaktion mit Hilfe des Pfostens gegen Dmitry Bulykin hätte den Ausgleich bedeuten können. Das krasse Gegenteil war der Fall. Christian Tifferts herrlicher Flugkopfball zum 2:0 im Gegenzug und auf mustergültige Vorlage von Mihai Tararache war die Entscheidung im Derby vor über 27 000 Zuschauern. "Ein Knackpunkt", wie es allgemein hieß.
Richtig aufgestanden
Apropos Tararache. Wenn der Rumäne mit dem richtigen Bein zuerst aufgestanden ist und viel Lust zum Fußballspielen verspürt, ist er aus der Mannschaft nicht hinweg zu denken. Sein Schuss vor der Pause und die maßgenaue Vorlage auf Tiffert wiesen ihn als "Matchwinner" aus. Dass später davon die Rede sein würde, dass Fortuna Lehrgeld habe bezahlen müssen, dass der Aufsteiger zu "grün" hinter den Ohren sei und zu unerfahren, dass anders herum der blau-weiße Gegner zu "abgezockt" und "clever" gewesen sei – das traf in dieser spielentscheidenden Szene nicht unbedingt den Kern der Dinge. Das war Phrasendrescherei.
In der entscheidenden Szene war es eine Frage, die den Düsseldorfern nur die launische Dame Fortuna beantworten konnte. Dass sich insgesamt "mehr Qualität" beim MSV bewegte, das konnte auf die 90 Minuten gesehen durchaus nachvollzogen werden. Die gab schließlich den Ausschlag. Deshalb sprach Peter Neururer von einem "grandiosen Tag". Die Haare wachsen wieder.
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