MSV Duisburg: Ein Steppenzebra namens „Erle“
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 16.11.2006„Das ist wie auf dem Platz, wir müssen an einem Strang ziehen.“ MSV-Mittelfeldspieler Youssef Mokhtari hatte gestern besonderen Spaß. Beim Tauziehen gegen die 23 Jahre alte Elefantendame „Daisy“ versuchte sich der Regisseur auf dem Spielfeld auch als Motivator im „Kampf“ gegen den friedfertigen Dickhäuter.
Das „Duell“ ging mit 2:0 klar an „Daisy“, und die angetretenen Zebras hatten trotz erheblichem und durchaus engagiertem Widerstand keine Chance. Mo Idrissou fand den Kräftevergleich etwas unfair und merkte mit einem für ihn typischen Lächeln an, ein nicht ganz so starker Nachwuchs-Elefant hätte es ja auch getan.
Die angetretenen Kicker und Trainer Rudi Bommer gaben alles – umsonst. Alle hatten gestern reichlich Spaß im Duisburger Zoo, auch die ZDF-Fernsehmacher, die das Tauziehen für eine neue Folge der „Ruhrpottschnauzen“ mit ausgesprochen netten Bildern festhielten, die demnächst auf der Mattscheibe zu sehen sein werden.
Zuvor aber hatte Carsten Wolters seinen großen Auftritt. Der 37-jährige Routinier übernahm die Patenschaft für ein Steppenzebra, das seit gestern seinen Spitznamen trägt: „Erle“. Das sei ja mal etwas ganz Besonderes für ihn, der im Profigeschäft schon einiges erlebt hat: „Irgendwie auch eine Ehre“, meinte „Erle“ Wolters, der versprach, demnächst öfter mal nach seinem „Patenkind“ zu sehen.
Der Termin im Zoo hatte aber nicht nur Tierisches zum Thema. Rudi Bommer sollte bei der Gelegenheit schon mal auf das Freitagspiel in Braunschweig vorausblicken. Das tat er dann auch. Auf den wesentlichen Inhalt kommen wir in der Freitagausgabe zurück, nur so viel: Klemen Lavric hat sich an der Wade verletzt, zeigte sich aber zuversichtlich, dass er wird spielen können.
Zebra-Vorzüge
Zuvor freilich hatte Zoo-Direktor Reinhard Frese auf die Vorzüge von Zebras hingewiesen: „Sie sind schnell, dynamisch, voller Elan und Drang.“ Rudi Bommer münzte das auf seine Mannschaft um: „Wenn das bis Weihnachten auch auf uns zutrifft, sind wir gut im Geschäft.“ Frese hatte sichtlich Freude am Besuch der kickenden Zebras. Die Verbindung Zoo-MSV habe lange Tradition, die durch die aktuelle Patenschaft neu auflebe, meinte der Chef.
Der Verein übernimmt die Futterkosten für „Erle“ für ein Jahr, das Zebra schien sich irgendwie durchaus zu freuen, die Kicker und Journalisten hatten Spaß ohne Ende. Und dann kam „Daisy“, setzte mit ihrem leicht errungenen Tauzieh-Sieg den Schlusspunkt über zwei Stunden im Zoo, die äußerst angenehm waren. Zum guten Schluss verriet Rudi Bommer noch, wo er nach stressigen Meisterschaftsspielen anzutreffen sei zwecks Entspannung und Atemholen: „Im Zoo.“ Der Trainer ist im Besitz einer Jahreskarte.
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