MSV: Elfmeterschützen gesucht
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 19.07.2010Das zweite MSV-Testspiel gegen Widzew Lodz ging mit 0:2 verloren, auch weil Ivo Grlic und Srdjan Baljak vom Punkt aus nicht vollstreckten. Trainer Milan Sasic war mit der ersten Halbzeit "ganz zufrieden".
Es war endlich mal wieder ein angenehmer Sommertag ohne Hitze. Genau passend zum Schauinsland-Reisen-Arena-Tag. 8000 Besucher sollen es gewesen sein, die das neue Zebra-Gesicht kontrollieren wollten. Beim Test gegen den polnischen Erstliga-Aufsteiger Widzew Lodz ließ sich die Kurzformel anwenden, die aussagekräftig genug war und den Kern der Dinge traf. Eine Menge an ausgelassenen Chancen ohne Treffer und zwei Abwehrfehler ermöglichten den Gästen den 2:0-Erfolg, ohne geglänzt zu haben. Negativer Höhepunkt von vergebenen Möglichkeiten auf Duisburger Seite waren die beiden ausgelassenen Elfmeter. Erst scheiterte Ivo Grlic am rechten Pfosten, dann schoss Srdjan Baljak die Kugel in die Arme des polnischen Schlussmanns.
So spielte der MSV
Aufstellung Herzog (46. Müller) – Veigneau (86. Hennen), Reiche (86. Akarca), Theißen (59. Hoffmann), Koch (82. Hirsch) – Blum (46. Sahan), Bodzek (64. Kunt), Grlic (46. Kern), Yilmaz (74. Somuah) – Lagator (82. Basol), Baljak (46. Exslager)
Zuschauer 5000
Tore 0:1 Budka (17.), 0:2 Sernas (28.)
Klar vermeidbare Niederlage
Trainer Milan Sasic hatte nach eigenem Bekunden in der ersten Halbzeit manch frischen Spielzug gesehen und fand es schade, dass die Bemühungen im Nichts der klar vermeidbaren Niederlage mündeten. Denn Lodz riss keine Bäume aus und profitierte von MSV-Fehlern: Erst von Sven Theißens völlig missratenem Rückpass, die Budka mit einem Danke schön verwertete, und dann von der misslungenen Gemeinschaftsaktion mit Oliver Veigneau, der eine Flanke zuließ, die Daniel Reiche dann per Luftkampf gegen Sernas verlor.
Mit Julian Koch, Sven Theißen, Daniel Reiche und Olivier Veigneau bot der MSV-Trainer eine Viererkette vor Marcel Herzog zum Kennenlernen auf, die so wohl nicht mehr zusammenspielt. Der zupackende Koch und der nun 25-jährige Veigneau auf den Außenbahnen waren redlich bemüht, innen in der Zentrale zwickte es schon mal. Nächste Woche, so glaubt Neuzugang Branimir Bajic, wird wohl die Spielberechtigung für den Routinier vorliegen, außerdem will man bei Bruno Soares wegen erneuter Verletzungsgefahr kein Risiko eingehen. Alternativen gibt es also.
Testspieler ohne Wirkung
Ivo Grlic und Adam Bodzek spielten die Sechser neben Michael Blum im Mittelfeld, das wird vielleicht überwiegend so bleiben. Der veranlagte Sefa Yilmaz, Baljak und Tino Lagator, Testspieler ohne Wirkung, spielten vorne. Dem jungen Haufen gelang in der ersten Halbzeit manch gelungener Spielzug, aber echte Gefahr kam nicht richtig auf. Nach dem Wechsel kamen Roland Müller (für Herzog), Olcay Sahen (für Blum), Benjamin Kern (für Grlic), Maurice Exslager (für Baljak), Bura Kunt (für Bodzek) und Andre Hoffmann (für Theißen). Daniel Somuah, Stephan Hennen, Brurak Akarca, Sebastian Hirsch und Sames Basel kickten ebenfalls einige Minuten mit.
Auf dem Transfermarkt wird sich wohl noch einiges tun (müssen). Der am letzten Mittwoch gegen Mechelen überzeugende Powers aus Den Haag stände gut zu Gesicht. Das ehrgeizige Bestreben der Talente, alles fein zu richten, ist löblich. Die Veranlagung ist da. Eine durchschnittliche Zweitligamannschaft wie etwa Greuther Fürth dürfte aber kein Problem vorfinden, wenn es mal um Punkte geht. Bis dahin will Milan Sasic mit der Truppe hart arbeiten, eine gut funktionierende Einheit schaffen. Das ist Voraussetzung: Noch einige gestandene Kicker müssen her, um das Gerüst zu stabilisieren und die gewiss wackeren Youngster zu führen. Das Problem der fehlenden Finanzen ist bekannt. Es wird schwierig.
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