MSV Duisburg: "Harter Hund" bei den "Zebras"
VON BERND BEMMANN UND ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 03.11.2009 - 19:57Walter Hellmich sprach vom Wunsch, der in Erfüllung gegangen sei. So wie früher bei Norbert Meier und Rudi Bommer. Mit beiden sei der MSV Duisburg immerhin aufgestiegen, sagte der Vereinsboss. Nun sei Milan Sasic (51) der dritte Wunschtrainer der vergangenen Jahre.
Von Peter Neururer war unter der Überschrift Wunschtrainer ausdrücklich nicht die Rede. Er war vor fünf Tagen beurlaubt worden. Sportdirektor Bruno Hübner versprach, auf die MSV-Spieler kämen jetzt schwere Zeiten zu.
Er verlange volles Engagement, absolute Fitness und ein hohes Maß an Disziplin, erklärte Sasic (51), der sich kämpferisch und geradlinig gab. Er behandle die Spieler „wie meine eigenen Kinder”, sagte er. Und er scheint ein Anhänger der vergleichsweise rustikalen Erziehungsmodelle zu sein.
Die Spieler des 1. FC Kaiserslautern und von TuS Koblenz, wo der Kroate vorher beschäftigt war, berichten übereinstimmend, dass die Umgangsformen vor allen Dingen in der Endphase der Zusammenarbeit „selbst für den Profifußball nicht akzeptabel waren”.
Von rüden Ansprachen in der Kabine und knüppelharten Trainingsmethoden ist die Rede. Beschönigend nennt die Branche so einen Trainer einen „harten Hund” - möglicherweise genau das, was den MSV-Profis bislang auf dem Weg zum Erfolg fehlte. Fachliche Kompetenz sei jedenfalls das Anforderungsprofil gewesen, das Sasic voll erfülle, erklärte Hübner, der den Trainer seit langem kennt und schätzt.
Sasic sei ein Coach, der aus einer Mannschaft mit bescheidenen Mitteln sehr viel herausholen könne, urteilte der Sportdirektor. Er könnte das mit dem doppelten Aufstieg belegen, den Sasic mit Koblenz schaffte.
Und er könnte darauf verweisen, dass Sasic Kaiserslautern zunächst vor dem Abstieg bewahrte, ehe er rausflog, als der Klub noch im Aufstiegsrennen lag. Das Verhältnis zwischen Team und Trainer war da längst völlig zerrüttet. „Er hat sich mit allen angelegt, vom Platzwart bis zum Präsidenten”, schrieb die „Bild-Zeitung”.
Dennoch ist Hübner sicher, dass er die richtige Wahl getroffen hat. Das Saisonziel der Zebras, das unverändert Aufstieg heißt, hält Sasic für realistisch, im Team stecke eine Menge Potenzial, das sei aus der Ferne erkennbar.
Der Trainer stimmte dem Vorschlag des Sportdirektors zu, in der Länderspielpause ein Trainingslager abzuhalten. Da könne man die Spieler und deren Charaktere besser kennenlernen. Was auch umgekehrt gilt.
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