MSV Duisburg: Hellmich zeigt sich verunsichert
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 16.02.2010 - 17:19Es war ein Abend, an dem mehrere Themen zur Debatte standen. Das Spiel der Zebras gegen das Spitzenteam aus der Pfalz. Das Wiedersehen von Milan Sasic und Bruno Hübner mit alten Bekannten. Und die "Hellmich-Affaire" war natürlich auch Thema.
Dann der Termin an einem Rosenmontag, wie er ungünstiger nicht gelegt werden kann. Die Erinnerung an einen genialen Fußballspieler, wie es der verstorbene Werner „Eia” Krämer war. Und schließlich war da ja noch das Bekenntnis von Walter Hellmich, doch einen Halbmillionen-Kredit vom Verein aufgenommen zu haben.
Was er tags zuvor heftig und sehr ungeschickt dementiert hatte. Der Chef lenkt eben den Verein allein, und Ratschläge von gut meinenden Mitarbeitern, mit brisanten Details an die Öffentlichkeit zu gehen, um Klarheit zu schaffen und Spekulationen zu begegnen, hat er schon immer in den Wind geschlagen. Dass es am Montag im Zusammenhang mit einem Schuldenstand des Vereins seiner Firma gegenüber drei verschiedene Zahlen aus seinem Mund gab, zeugt von gesteigerter Unsicherheit.
Jetzt ist die Story mit den Darlehen an der Öffentlichkeit, und da wird sicher der eine oder andere Spürhund in einer Art Eigendynamik recherchieren wollen. Das seien „böse Menschen”, die sich hervortun wollten, meinte der angesichts der kursierenden Gerüchte durchaus geschockte Bauunternehmer.
Aber zum sportlichen Geschehen dieses Abend im Kühlschrank der Arena. Das 1:1 gegen Kaiserslautern kann ein bisschen lindernde Wirkung auf die Seele der zwei Mal hintereinander geschlagenen Zebras haben. St. Pauli war spielerisch, Düsseldorf kämpferisch zu stark und Kaiserslautern gab sich insgesamt auf Augenhöhe.
Da war das Resultat wie hausgemacht. Zuvor hatte der MSV in der Abwehr gut gestanden, hatte kaum etwas wesentliches zugelassen, aber die eigene Schwäche wieder mal dokumentiert. Das feine Eigentor von Rodnei nach schöner Vorarbeit von Vidosic und Caiuby in der besten Phase einer gefälligen zweiten Halbzeit mit viel mehr Leidenschaft war die einzige Chance des Spiels, und FCK-Torhüter Sippel hätte auch zum Karneval gehen können.
Was also ist passiert: Pessimisten sagen, ein Punkt aus den letzten drei Spitzenspielen sei zu wenig. Der Zug in Richtung Platz drei sei abgefahren. Da gehe nichts mehr. Optimisten behaupten, noch sei alles drin. Die schweren Spiele liegen dann hinter dem MSV, wenn Bielefeld abgehakt sei.
Dort habe man auch noch nicht verloren, eine Wende sei möglich. Die Spiele, die dann unbedingt erfolgreich gestaltet werden können, kämen erst noch. Überhaupt: Die Saison sei noch lang, da könne noch viel passieren, auch den Spitzenmannschaften. Zwischendrin wird wohl die Wahrheit liegen.
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