MSV Duisburg: Immer noch unter Schock
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 - 07:37Die Enttäuschung hat sich noch nicht gelegt. Immer noch überwiegt der Schockzustand nach zwei Niederlagen, wobei besonders die in Düsseldorf nur schwer verdaulich war. Jeweils 0:2 daheim gegen den FC St. Pauli und in der Esprit-Arena versetzten den MSV-Anhängern einen Schwinger, wie ihn der in Düsseldorf anwesende Box-Weltmeister Wladimir Klitschko bei der fußballerischen Klatsche kaum besser hätten anbringen können, symbolisch jedenfalls.
Die Anhänger fragen sich auch heute noch, wie eine auswärts erfolgreiche Mannschaft so untergehen konnte am Sonntag bei der in allen Belangen besseren Fortuna. Augenblick! Auswärts erfolgreich ja, aber spielerisch glänzend? Nein. Ein Rückblick. Das Spiel eins nach Peter Neururer brachte in Koblenz einen 3:0-Erfolg, unter der einmaligen Trainerregie von Uwe Speidel, um den es dann später Schlagzeilen der wenig netten Art gab (die RP berichtete).
Das folgende 1:0 in Fürth war wenig berauschend und konnte mit Glück durch den Treffer von Nicky Adler gewonnen werden, auch deshalb, weil die Fürther schon frühzeitig einen Elfmeter vergaben. Die drei Grlic-Tore im Westfälischen brachten vorübergehend Schwung in den MSV-Laden. Der 3:1-Sieg in Paderborn gehörte - vor allem wegen des 0:1-Rückstandes dort – in den fußballerischen Bereich eines vollauf gelungenen Spiels mit dem überragenden Oldtimer als Matchwinner.
Wieder war es Ivo Grlic, der anschließend mit seinem Freistoß in Karlsruhe für den schmeichelhaften 1:0-Sieg sorgte. Dem Neuzugang aus Mainz, Srdjan Baljak, blieb es vorbehalten, in der Nachspielzeit im Stadion der Freundschaft den knappen Dreier bei Energie Cottbus herbeizuführen. Nach auch nicht gerade berauschendem Spiel auf allerdings schwierigen Bodenverhältnissen. Über das 0:2 in Düsseldorf ist bereits hinreichend und kritisch berichtet worden. Unter dem Strich also fünf Auswärtssiege und die Niederlage am Sonntag nach dem Trainerwechsel.
Und weil die Mannschaft gegen Ahlen (2:2), Augsburg (2:2), Aachen (0:2) oder St. Pauli (0:2) in der MSV-Arena auch nicht entscheidend voran kam, ist das Rennen um einen der beiden ersten Plätze gegen sie bereits entschieden.
Optimisten rechnen sich höchstens das Eingreifen um den Relegationsrang aus – vor den Spielen gegen Kaiserslautern und in Bielefeld. Milan Sasic hat gestern sein zehntes Spiel als MSV-Trainer bestritten. Von 30 Punkten hat er mit dem Team 17 geholt. Ein allenfalls durchschnittlicher Wert. Das Ergebnis teilt er sich mit der Mannschaft. Durchschnittlich ist momentan das Zeugnis, das ausgestellt werden muss. Um das "Klassenziel" zu erreichen, bedarf es Steigerungen. In allen Belangen.
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