MSV Duisburg: Knüller am Kiez
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 22.08.2009Überraschungs-Spitzenreiter FC St. Pauli erwartet heute Mittag die Zebras zum Spitzenspiel. Der MSV-Mannschaft muss aber deshalb noch längst nicht bange sein. Schließlich bot sie gegen Energie Cottbus eine ausgezeichnete Leistung.
Was ist denn nur los in der zweiten Fußball-Liga! Die Kapriolen schlagenden ersten beiden Spieltage und das Begleit-Szenario lassen jedenfalls auf eine turbulente Saison hoffen. Haben Sie geglaubt, dass der FC St. Pauli nach dem zweiten Spieltag die Tabelle der Klasse anführt? Dass der Kiez-Club in Aachens neuem Fußball-Wohnzimmer fünf Tore schießt? Und mit insgesamt sieben Treffern im Rücken den MSV heute (13 Uhr) zum Spitzenspiel am randvollen Millerntor erwartet? Nein, damit war nicht zu rechnen.
Ebenso wenig, dass Bundesliga-Absteiger KSC so mies startete, dass es dem langjährigen Trainer Ede Becker den Job kostete. Fortuna Düsseldorf und Union Berlin als wackere Neulinge schlagen sich darüber hinaus beachtlich und stellen eine Bereicherung dar. Andere Überraschungen wie die drei Tore der Koblenzer gegen Bielefeld innerhalb weniger Minuten etwa. Schöne Aussichten.
Erwartungen erfüllt, die gute Stimmung geschürt
Und der MSV? Die Mannschaft erfüllte fast alle Erwartungen, wenn davon abgesehen wird, dass beim ersten Heimspiel gegen Energie Cottbus das Ergebnis nicht stimmte. Aber fast jeder schwärmte davon, dass er gegen die Ostdeutschen lange nicht ein derart hochklassiges Spiel gesehen habe, gemessen am Durchschnitts-Niveau der Liga. Tenor: "Das war richtig guter Fußball."
Diesen Beweis müssen die Männer des Trainer Peter Neururer (54) heute in der Hansestadt antreten, daran kommen sie nicht vorbei. Beim 5:0 der Paulianer hockten die Zebras vor den Fernsehern und staunten über "eine verdammt spielstarke Elf", wie Neururer betonte. Das wird heute also kein Zuckerschlecken. Die Aufgabe aber ist machbar. Neururer hat 19 Feldspieler um sich ("also können wir aus dem Vollenschöpfen"), die Konzentration ist ausgeprägt, die Stimmung prächtig. Also fuhr die Mannschaft nach dem Training gestern selbstbewusst nach Hamburg. Das gilt auch für Frank Fahrenhorst, der zuletzt schon mal kritisiert wurde. Zu Unrecht, wie der Trainer ausführte. Neururer steht auf Fahrenhorst und bemängelt nur, dass dem 31-jährigen noch klein Kopfballtor nach Standards gelungen sei. Sonst sei er voll zufrieden mit dem ehemaligen Natiopnalspieler. Die beiden Cottbuser Tore seien "von außen" vorbereitet worden, da lägen die Fehler auf keinen Fall bei Fahrenhorst.
Wagner und Ebbers – ein spannender Vergleich
Zu den Stürmern, die im Gespräch sind. Marius Ebbers geht es ungefähr so wie Sandro Wagner. Der Blonde hat durch seine Tore in Aachen einen breiten Rücken, hinter dem sich Wagner nicht zu verstecken braucht. Bei dem Ex-Zebra läuft es mindestens ebenso gut. "So ist das mit den Stürmern, wenn sie treffen, sind sie kaum zu halten", sagt Neururer. Der Vergleich zwischen beiden dürfte ebenfalls Spannung bergen.
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