MSV Duisburg: Kollektive Erleichterung
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 03.12.2007 - 11:15Die Zebra-Mannschaft wahrte mit dem 1:0-Erfolg über den 1. FC Nürnberg die Chance, bis zur Winterpause noch auf Sichtweite zum Nicht-Abstiegs-Platz zu gelangen. Kapitän Ivo Grlic machte mit seinem Treffer einen Schritt nach vorne.
Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet, aber nicht nur das Wetter war gestern bis gegen 17.45 Uhr zum Heulen. Da hatten der MSV und der Nürnberger Club in einem tristen Kellerderby eine Halbzeit abgeliefert, die von Nervosität, mangelndem Selbstvertrauen, daraus resultierenden Fehlern und Missverständnissen geprägt war.
Am Ende freilich hatte sich der Regen verzogen, und über der Arena hallte der Jubelschrei der 20 000 Fans nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Markus Merk nach. Kollektives Durchatmen, wohin man blickte: Endlich mal wieder gewonnen. Endlich den bösen Fluch verscheucht, hoffnungslos abgeschlagen vorm Weihnachtsbaum zu sitzen. Endlich ein Signal gesendet, dass es Hoffnung gibt, das rettende Bundesliga-Ufer doch noch zu erreichen.
Zwei Punkte Rückstand – da kann noch was gehen
Zwei Punkte Vorsprung haben die Rostocker, drei die Bielefelder, also ergibt sich zwei Spieltage vor Schluss der ersten Serie rechnerisch durchaus die Chance, weiter voran zu kommen auf einem sehr steinigen Weg. Klar, bei den Münchener Bayern sind die Zebras nächsten Samstag krasser Außenseiter, aber wenn die Mannschaft sich kämpferisch so reinhängt wie gestern in der zweiten Halbzeit, dann kann gegen Eintracht Frankfurt auch was gelingen. Friedhelm Funkel als Beobachter wird sich so seine Gedanken gemacht haben. 15 Punkte sind das realistische Ziel, das Rudi Bommer und seine Truppe vor Augen haben müssen. Dann geht vielleicht im neuen Jahr noch einiges in Richtung bessere Zeiten.
Dass sich die Mannschaft, wie ihr Trainer korrekt analysierte, so richtig in das Spiel gegen die Franken reingekämpft hatte, war ein besonderes Zeichen. Sie hat sich längst nicht aufgegeben. Sie konnte wegen der Serie des Misserfolgs und dem daraus resultierenden Verlust an Selbstvertrauen spielerisch nicht glänzen. Aber sie musste kämpferisch alles geben, und das war gestern der Fall.
Dass diesmal eine ganze Portion Glück mit im Spiel war, verhalf dem Zebra-Team zum ersehnten Dreier. Auf Nürnberger Seite war der junge Nicky Adler der große Pechvogel, der freistehend per Kopfball verzog, dann den Pfosten traf und den Nachschuss ans Außennetz platzierte. Sein Kollege Marco Engelhard war im Pech, als sein feiner Freistoß nur die Duisburger Latte traf. Die bisweilen launische Dame Fortuna stand im Verlauf der Serie nicht immer wohlwollend zur Seite, diesmal aber genau zum rechten Zeitpunkt verlieh sie Rückhalt.
Dass Klemen Lavric nach genau 26 Minuten erstmals aufs Nürnberger Tor schoss und dabei durchaus den Führungstreffer hätte erzielen können, machte deutlich, wie zähflüssig es vor der Pause hin und her ging. Der Slowene traf in aussichtsreicher Situation nur das Außennetz. Dass Manasseh Ishiaku trotz Oberschenkelprellung begann, aber frühzeitig runter musste für Ailton, hatte Bedeutung. Mit „Toni“ wurden die Fans wach. Endlich.
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