MSV Duisburg: MSV – der Tiefpunkt
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012MSV Duisburg (RP). Im zweiten Spiel des neuen Jahres gab es die zweite große Enttäuschung / Oliver Recks Mannschaft verlor beim Tabellenletzten Hansa Rostock mit 2:4 und befindet sich mitten im Abstiegskampf / Nächsten Freitag geht es gegen St. Paulis Spitzen-Team.
Das zweite Spiel im neuen Jahr, die zweite Niederlage. Anstatt der erhofften sechs Punkte eine blanke Null als Schreckensbilanz – und der der MSV steckt nach dem 1:2 gegen den FSV Frankfurt und der gestrigen 2:4-Pleite in der DKB-Bank vor knapp 10 000 Zuschauern mitten im Abstiegskampf.
Und das Schlimmste: Die engagierteren Rostocker haben das Spiel sogar verdient gewonnen. Die MSV-Tore von Branimir Bajic und Goran Sukalo nach zwei Standardsituationen reichten nur zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich. Hansa kam damit erst zum zweiten Saisonsieg und ihr Trainer Wolfgang Wolf zum ersten Dreier mit der Rostocker Mannschaft. Für den MSV war es der Tiefpunkt.
Bei minus fünf Grad
Eine Portion Mut, ein gerüttelt Maß an Leidenschaft, technisch sogar durchaus versiert angesichts des bei minus fünf Grad gefrorenen Bodens – Hansa Rostocks letzte Chance, der letzte Strohhalm gewissermaßen, beflügelte die Mannschaft des Tabellenletzten von Beginn an. Routinier Mintal, aber auch Borg und Jänicke machten sich nach dem Auftakt eines durchaus unterhaltsamen Spiels mit einer ansprechenden Trefferquote auf, die neu formierte Duisburger Abwehr in Alarmbereitschaft zu versetzen. Andrè Hoffmann spielt zusammen mit Bruno Soares im Abwehrzentrum, derweil der Kapitän neben Goran Sukalo als Sechser vorrückte. Branimir Bajic sollte Mintals Kreise einengen. Hansa Rostock war im ersten Durchgang das bessere und entschlossenere Team, aber zum Pausentee hieß es 2:2.
Und das kam so: In der 30. Minute nutzte Mintal eine Verwirrung in der MSV-Abwehr per Nachschuss zum Führungstor, die Bajic vier Minuten später prompt ausglich. Die Ecke Benjamin Kerns verlängerte Bruno Soares und Bajic setzte sich engagiert und deshalb erfolgreich in Szene. Das war schon sein sechstes Saisontor. In der 36. Minute war es freilich mit dem Aufatmen beim MSV schon wieder vorbei. Jänicke erzielte das 2:1 und konnte sich bei Dzemal Berberovic bedanken, der mit einem Abwehrversuch durch die Mitte kläglich scheiterte. Jänicke nahm das Geschenk dankbar an. Aber wieder nur vier Minuten später war es der in der Woche zuvor grippekranke Goran Sukalo, der nach einer weiteren Kern-Ecke mit einem trockenen Hinterhaltschuss an allen Beteiligten vorbei erfolgreich blieb. Vier Tore in zehn Minuten, das zeugte von gesteigertem Unterhaltungswert, nicht aber für die Standfestigkeit beider Abwehrreihen.
Der MSV war bei den beiden Standards effektiv, weitere klare Chancen hatten sich kaum ergeben. Tomaz Zahkorski, der mit Zvonko Pamic und dem nach seiner Sperre zurückgekehrten Berberovic neu in der Mannschaft von Trainer Oliver Reck stand, hatte kaum eine Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Der Pole stand zu sehr auf sich allein. Kevin Wolze, Valeri Domovchyiski und Jürgen Gjasula blieben erst einmal draußen. Gjasula kam nach der Pause für Soares, Bajic ging auf seinen angestammten Posten zurück. Oliver Reck wollte mehr Offensive mit dieser Maßnahme erreichen.
Die Hoffnung ging aber nicht auf. Nachdem Pannewitz nur die Latte getroffen und Kern auf der Linie geklärt hatte, schlug Marek Mintal, das "Phantom" früherer Bundesligazeit, wieder zu (52.). Ausgangspunkt war das verlorene Laufduell Kerns gegen den fixen Jordanov mit abschließenden Foulspiel des Zebras. Der fällige Freistoß kam zu Mintal, und der Torschützenkönig aus der Bundesliga-Saison 2004/04 erzielte seinen zweiten Treffer. Den Schlusspunkt zum 4:2 setzte Borg per umstrittenen Elfmeter, als der eingewechselte Domovchyiski und der Schütze aneinander geraten waren. Die Hoffnung wenigstens auf einen Punkt war da geplatzt.
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