MSV Duisburg: Neururer droht dem MSV
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 29.09.2009Gerade mal zwei Punkte sind es bis zum Tabellensechsten. Grund genug, nicht in blanken Pessimismus zu verfallen. Die noch schmale Differenz kann sich bei der Drei-Punkte-Regelung ganz schnell ins Gegenteil verkehren. Also müsste eine Serie her. Zwei, drei siegreiche Spiele – und schon bis du wieder wer im Ringen um den Erfolg von morgen. Wenn es da nur nicht der Trainer wäre.
Zum wiederholten Mal hat Peter Neururer seinen Abschied angekündigt. Jetzt steht er vielleicht bevor. Wenn die Mannschaft sich am Freitag nicht entscheidend steigere, dann gehe er zu Walter Hellmich und sei weg. O-Ton Neururer. Dass Neururer die Brocken hinschmeißt, wenn die Einstellung seiner Mannschaft wieder nicht stimmt, ist ihm glatt zuzutrauen. Hemmungen dieser Art kennt der 54-Jährige nicht: "Das ziehe ich durch", sagte er.
Die Drohung der Demission ist keineswegs exklusiv. Sie wiederholt sich nur, als es um die vermeintliche personelle Schwächung des Teams ging. Dorge Kouemaha aber musste wegen der DFL-Auflagen, die wie ein Damoklessschwert über dem Verein schwebten, nach Brügge verkauft werden. Ersatz Sören Lasen ist bestimmt ein guter Ersatz, wenn er auf Dauer im Team steht. Erst einmal ist er das nicht, kann es auch wegen der Kürze der Zeit noch nicht sein. Deshalb steht er ebenso wie Frank Fahrenhorst auch in der Mannschaft am Freitag gegen Union Berlin, die der höchst verärgerte Trainer auf jeden Fall verändern wird. Tiago, Caiuby, Ede oder wer auch immer fehlen dann. Leute wie der ehrgeizige Olcay Sahan könnten ausrücken und die Lücken mit viel Eifer und Engagement füllen. Vielleicht schaffen es ja Chaftar Yankov trotz seines Mittelhandbruchs, dann mit Manschette, oder der am Knie verletzt gewesene Sandro Wagner noch.
Das Fatale an der Geschichte ist, dass die Mannschaft drei Mal versagte und dass der Trainer sein Ende beim MSV ins Visier nahm. Wenn Angestellte ihrem Chef mehrfach ziemlich rüde in Aussicht stellen zu gehen, dann ist das angesichts der bestehenden Wirtschaftskrise und dem Heer der Arbeitslosen ohne Beispiel.
Die Beispiele Nürnberg (Oenning), Hannover (Bergmann), Köln (Soldo), Stuttgart (Babbel), Mainz (Tuchel) oder Bielefeld (Gerstner), Kaiserslautern (Kurz) und St. Pauli (Stanislawski) sagen aus, dass die Vereine künftig lieber von jungen Trainern sportlich geführt werden wollen. Die Ausnahme ist Jupp Heynckes in Leverkusen, aber der ist fachlich unantastbar und die Seriösität in Person. Sollte alsoNeururer in Duisburg scheitern, wäre wohl das Ende seiner schillernden Laufbahn als Trainer eingeläutet. Deshalb klingt es ziemlich arrogant, wenn es von ihm wörtlich heißt, ein weiteres Jahr zweite Liga würde er sich nicht antun. Immerhin geht es einen Arbeitsplatz.
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