MSV Duisburg: Neururers Blick in die Zukunft
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 23.04.2009Nach der Vertragsverlängerung macht sich der Trainer an die Kaderplanung. Frank Fahrenhorst und Thomas Broich werden als mögliche Neuzugänge genannt. Gregory Christ hat beim MSV keine Zukunft.
Der Frage, ob man denn gratulieren dürfe, begegnet Peter Neururer (53) mit der Gegenfrage: "Wem. Dem MSV?" Das ist typisch für ihn. So ist er eben, der "bunte Trainer-Vogel", als den ihn der Boulevard in die gerne bereit gehaltene Schublade abgelegt hat. An Minderwertigkeitsverlust leidet der Fußball-Lehrer nun wirklich nicht.
Neururer sitzt also auch im nächsten Jahr als Chef im Trainerboot des Zweitligisten MSV. Vielleicht sogar zur eigenen Überraschung. Denn alle am Geschehen Interessierten mussten davon ausgehen, dass Walter Hellmich den Gelsenkirchener nach dessen kernigen Aussagen nach der Heimniederlage gegen Koblenz rausschmeißen würde. Es sei ein gutes und konstruktives Gespräch gewesen am Montag. Mit Emotionen beladen? "Ich kann gar nicht anders", sagt Neururer.
Alles bleibt aber wie gehabt. Neururer Trainer, Assistent Heiko Scholz und die bestehende Mannschaft hinter ihm. Bruno Hübner macht als Sportdirektor weiter und muss in seiner Eigenschaft dafür sorgen, dass die Forderung Neururers Nachhaltigkeit bekommt. Sprich: Eine starke Mannschaft für die nächste Saison zusammen zu stellen. Dass dieses Vorhaben schwer in die Tat umzusetzen sein wird, steht wohl außer Frage. Aber: Walter Hellmich hat wohl Verstärkungen zugesagt. Daran hat sich ein wenig Streit entzündet. Die Aussagen des Trainers, nur mit einer starken Mannschaft würde er weiter machen, konterte Hellmich noch säuerlich. Das Thema aber hat sich seit Montag Abend erledigt. Zumindest vorübergehend.
Mittwoch morgen beim Training – alles wie immer. Der Trainer ist gut gelaunt. Auf Ahlen bezogen sagt Neururer, es mache nun wirklich keinen Sinn, mit Experimenten anzufangen. Man will sich würdig verabschieden. Misserfolg muss mitgenommen werden in die Sommerpause. Ab sofort gilt das Augenmerk jenen Spielern, die bleiben. 18 Profis stellt sich der Trainer fürs nächste Spieljahr vor, plus vier Talente mit Qualitätsmerkmalen, die "auch zum Tragen kommen werden", sagt Neururer. Der Ex-Bochumer und jetzige Hannoveraner Frank Fahrenhorst ist im Gespräch, außerdem der Kölner Thomas Broich. Bei beiden wird die Konkurrenz aber groß sein. Der Versuch, eine gute Mannschaft zu präsentieren, beginnt. Sachverstand und Kompetenz spielen die Hauptgründe. Gregory Christ hat offenbar beides nicht. "Mit ihm plant der MSV nicht", betont Neururer als negatives Beispiel. Dafür schwärmt er vom Brasilianer Tiago, der sich wie Ede längst wieder im Mannschaftstraining befindet.
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