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MSV Duisburg: Sasic: "Das war Versteckungsfußball"

zuletzt aktualisiert: 16.03.2010 - 11:03

Die Stimme des Trainers wird immer lauter während seines Statements zum gerade zu Ende gegangenen Katastrophen-Spiels. Was alles nicht gepasst habe bei den Seinen, stellt er fragend in den Raum – und gibt selbst mit schneidender Schärfe die Antwort: Nichts.

Alles habe er vermisst. Laufbereitschaft, engagierte Zweikämpfe, die Einstellung zur Arbeit insgesamt. „Das war Versteckungsfußball.“ Da stellt sich der Fan die Frage, warum hat alles nicht gestimmt? Liegt es auch am Trainer? Hat Milan Sasic an der Aufgabe versagt, der Mannschaft gerade die elementaren Dinge des Spiels einzubleuen? Die Antwort liefern nackte Zahlen. Unter Sasic hat es 15 Spiele gegeben.

Schlimme Heimbilanz

Sieben Siege, vier Unentschieden, vier Niederlagen machen 25 Punkte. 1,8 Punkte pro Match. In der Heimbilanz liegt der MSV auf Rang zwölf mit 17 Punkten nahe am „Tabellenende“. Auswärts macht sich die Bilanz schon wesentlich besser. Nur der Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern ist da besser als die Zebra s, die auf 25 Zähler kommen. Jeder kann sich also ausrechnen, ob der kroatische Trainer viel bewegt hat oder nicht. Es liegt wohl an der individuellen Qualität der Spieler, die in ihrer Gesamtheit nicht die Klasse einer Spitzenmannschaft ausmacht. Mehr ist wohl nicht zu machen.

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Kommentar

An dieser Stelle ist ab sofort das Wort A u f s t i e g tabu. Der Abstand zum dritten Platz, die Differenz zum FC St. Pauli ist nach dem 0:1 gegen München 60 zu groß. Sieben Punkte kann die Mannschaft mit ihrer eklatanten Heimschwäche nicht aufholen. Wie oft haben wir neuen Mut geschöpft. Nach den Auswärtssiegen stieg die Zuversicht. Die nach den deprimierenden Begegnungen in der Arena wieder zerstört wurde. Auch wenn die Mannschaft am Freitag in Rostock gewinnen sollte, was ja sehr gut möglich scheint, wird sich an unserer Ankündigung nichts ändern. Weil der Fan dann ja wieder anderthalb Stunden gequält wird. TuS Koblenz heißt dann der Gegner in der Arena, der normalerweise zu schlagen ist. Die Saison einigermaßen seriös zu Ende zu bringen, das muss das letzte Ziel sein.

Daher lobte der Trainer einen, der ins kalte Wasser muss. Nach Olivier Veigenaus Verletzung musste Kevin Grund vorgestern ran, und der Mann, der gerade seine Gesellenprüfung bestand und das Fachabitur baute, machte seine Sache gar nicht schlecht. Er stellte (fast) alle anderen „gestandenen“ Profis in den Schatten. Höchstens Ivo Grlic, Tiago und Srdjan Baljak bewiesen ein bisschen Format. Der Rest ging gegen Ewald Lienens auch nicht bessere Truppe ins enttäuschende Grau unter.

Der zweite folgenschwere Patzer

Der Patzer in Düsseldorf und jetzt der schwere Fehler gegen 60 ein paar Minuten vor Schluss: Tom Starke hat alles andere als Eigenwerbung betrieben zuletzt und seinen Wechsel in die Bundesliga gefährdet, falls er nicht schon mit Köln einig ist. Der Lange, der in so vielen Spielen der starke Rückhalt war, patzt auf der Saison-Zielgeraden und verursacht Punktverluste, die schmerzhaft sind. Klar, der Platz und seine Beschaffenheit waren schlimm. Aber wenn ein Torhüter Fehler macht, muss die gesamte Mannschaft dafür „büßen“.

 So ist das nun einmal. Gestern gab es übrigens schon Absagen an eine weitere Sponsoren-Zusammenarbeit mit dem Verein, jedenfalls mündlich und im Zorn. Vielleicht sollte man sie deshalb nicht zu ernst nehmen. Geschäftsführer Roland Kentsch meinte, die vorrangige Aufgabe sei, einen Namen für die Arena zu finden. Sponsoren stehen keineswegs Schlange, weil das, was die Zebras bieten im eigenen Haus, eher einer Antiwerbung gleichkommt. Im TV liefen übrigens zwei Krimis, die knisternde Spannung verhießen. In der Arena verhagelten Langeweile und das wenig Unterhaltungswert besitzende Spiel, schließlich die Niederlage der Hausherren frustrierende Stimmung.

Quelle: chk

 
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