MSV Duisburg: Tempofußball zu schnell für die Zebras
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 01.02.2010Eine gute Nachricht und eine schlechte. Die gute zuerst: Die Mannschaft hat sich wieder zerrissen und gekämpft. Die schlechte: Das reichte aber bei weitem nicht aus, um gegen den überragenden FC St. Pauli auch nur einen Blumentopf zu gewinnen.
So gedemütigt, so "geprügelt" aus dem Stadion gejagt worden wie in den ersten 45 Minuten ist der MSV lange nicht mehr. Irgendwann in den 80er-Jahren hat es in der Bundesliga mal ein 0:7 gegen den 1. FC Kaiserslautern gegeben. So ähnlich hätte das Resultat am Freitag auch ausfallen können.
Wenn nicht Teufelskerl Tom Starke, für die Liga klar überqualifiziert, einen Tag erwischt hätte, an dem ihm Paraden von internationaler Qualität gelungen waren. Da hatte der Bleistift Mühe mitzukommen bei der Vielzahl der festzuhaltenden Chancen der Kiez-Truppe. Der bärenstarke Naki, Lehmann, Ebbers oder Hennings, dazwischen Kruses Pfostenschuss – und immer stand der Name Starkes als Retter in hoher Not auf dem Zettel.
Meine Güte, das war zum Haareausraufen. Das meinte auch Holger Stanislawski, der allerdings mangels Masse keine Gelegenheit dazu hat. Den einzigen Mangel hatte der Pauli-Trainer aber schnell abgehakt. Seiner Mannschaft kamen taktische Blößen des Gegners zugute.
Anstatt aufzurücken und in brandgefährliche Konter von hoher Qualität zu laufen, hätte Milan Sasic besser dazu aufgefordert, erst mal hinten kompakt zu stehen. Beim genauen Studium der Offensivstärke der Hamburger hätte man auf Duisburger Seite zu dem Schluss kommen können, in erster Linie auf Ordnung in der Abwehr zu achten.
Die zeigte sich bei den blitzschnellen Angriffen als höchst anfällig. Den Tiagos, Schlickes und Co. wurde aufgezeigt, was es heißt, schnell auf den Beinen zu sein und fix im Kopf beim Hochgeschwindigkeitsfußball der Gäste.
Allerdings spielte St. Pauli das Tor von Marius Ebbbers schon nach sechs Minuten klar in die Karten. Danach verhielten sich die Zebras alles andere als clever. Danach wirbelten die leichtfüßigen Norddeutschen ein ums andere Mal durch die blau-weißen Reihen, dass einem fast schwindelig werden musste.
Es war eine tolle erste Halbzeit der Hamburger vom Allerfeinsten, ein richtiges Vergnügen für die 2000 Pauli-Fans. Die hatten ihre helle Freude. Das kann man von der "Gegenseite" nicht behaupten.
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