MSV Duisburg: Tiffert ist der Lenker
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 26.08.2009Manchmal übertreiben sie beim MSV ein bisschen. Von Nationalmannschaft war in diesem Zusammenhang die Rede, und das war schon ziemlich hoch gegriffen.
Aber: Christian Tiffert gehört ganz sicher zu den Besten seines Fachs, zumindest in dieser Liga. Unter Rudi Bommer war er verletzt und dann aussortiert, unter seinem Nachfolger die unumstrittene Nummer in der Offensivabteilung. "Das Thema interessiert mich im Rückblick nicht mehr, das ist längst erledigt", sagt Tiffert zu den Geschehnissen 2008. Der Mann mit der "10" ist der Lenker, die wirkliche "10" im Duisburger Spiel, auch wenn er sich nicht so sieht. Seine Maßflanke auf den Kopf von Dorge Kouemaha ließ die Fans des FC St. Pauli noch am letzten Samstag vorübergehend verstummen.
Nicht die einzige Vorlage
Es war nicht die einzige Vorlage, die der gebürtige Hallenser, der beim VfB Stuttgart lange Zeit Bundesligaluft schnupperte, bevor es ihn nach Österreich, genau nach Salzburg, verschlug. Tifferts Arbeitsweise macht ihm zum "König der Vorbereitung". Und dass ihm nachgesagt wird, nicht unbedingt der Torjäger erster Güte zu sein, widerlegte "Tiffi" im vorletzten Spiel der vergangenen Saison, als er auf dem Lauterer Betzenberg traf und zwei Vorlagen zu MSV-Toren servierte.
"Er ist enorm wichtig für unser Spiel", urteilt Sportdirektor Bruno Hübner. Christian Tiffert selbst, eher zurückhaltend und alles andere als ein Lautsprecher, sagt: "Ich fühle mich wohl beim MSV, es läuft bei uns." Wie schätzt er die Mannschaft vor dem die weitere Richtung weisenden Spiel gegen Aufsteiger Düsseldorf am Montag ein? "Wir haben gegen Cottbus und in Hamburg jeweils Rückstände wettgemacht, das spricht für eine ausgezeichnete Moral in der Truppe." Sportliche Standfestigkeit am Kiez, das zählt für Tiffert. Außerdem sei die Truppe lediglich punktuell verstärkt worden, sei also als ganz wichtiger Faktor eingespielt und habe einen "guten Charakter". Und Fortuna? "Ein ambitionierter Aufsteiger, das wird nicht leicht für uns."
"Er ist herausragend schon im zweiten Teil der Rückrunde gewesen, und an die ausgezeichneten Leistungen hat er nahtlos angeschlossen." Sagt Trainer Peter Neururer, der Tiffert sofort nach seinem Amtsantritt den Rücken stärkte. Es könne nicht sein, dass einer wie er keinen festen Platz in der Mannschaft habe. Ob er die "10" spielt oder die "6", das sei egal. Am wirkungsvollsten ist "Tiffi" für den Trainer freilich in der Rolle hinter den Spitzen. "Da hat er doch die meiste Übersicht." Nur als Außenstürmer, da sei er fehl am Platz, meint "Tiffi".
Christian Tiffert hat die Stimmung im MSV-Umfeld als positiv eingestuft: "Man merkt, dass die Fans wieder Spaß haben, ins Stadion zu gehen." Beleg: 2:2 gegen Cottbus – und niemand meckert. Wichtigste Aufgabe sei es also, die Stimmung zu festigen. Am besten mit Siegen.
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