MSV Duisburg: Trainer Neururer geht unbeirrt seinen Weg
zuletzt aktualisiert: 16.06.2009 - 14:22Der MSV Duisburg ist seit 2000 dreimal aus der Bundesliga abgestiegen. Die "Zebras" sind zur Fahrstuhlmannschaft geworden. Ein Aufstiegsaufzug ist jedoch noch nicht in Sicht.
Sportliche Leitung Manager Bruno Hübner, früher Stürmer beim 1.FC Kaiserslautern, hat es schwer. Der Sportdirektor arbeitet rund um die Uhr, ohne entscheidend voranzukommen. Beispiel: Der Bulgare Yankov, Mittelfeldspieler mit Potenzial, hat zugesagt, weil er ohne Spielpraxis nach einem Mittelfußbruch keine Chance beim Bundesligisten Hannover 96 mehr sieht. In Duisburg verdient er aber weniger. Das ruft seinen Berater auf den Platz. Das Honorar fiele bei einem Transfer schmaler aus.
Wirtschaftliche Lage Der MSV ist finanziell ausgeblutet. Abfindungen für Stars wie Miriuta, Roque Junior oder Ailton haben Spuren hinterlassen. Im letzten Winter mussten nach dem Trainerwechsel von Rudi Bommer zu Peter Neururer vier Profis gehen. Freiwillig werden sie kaum einen anderen Weg eingeschlagen haben. Hübner muss mit einem schmalen Budget leben. Das erlaubt nur Verpflichtungen von Spielern, die ablösefrei sind. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) verdonnerte den Verein zu der Auflage, erst mit Gewinn zu verkaufen. Kandidaten sind der starke Torhüter Tom Starke und Stürmer Dorge Kouemaha (14 Tore).
Neuverpflichtungen Frank Fahrenhorst (Hannover 96) löst in der Abwehr den von Borussia Dortmund ausgeliehen Markus Brzenska ab, dessen Verpflichtung wohl daran scheitert, dass Präsident Walter Hellmich in die Verhandlungen der Manager Zorc (BVB) und Hübner eingegriffen haben soll. Sein „Machtwort“, weniger Geld zahlen zu wollen, soll die Dortmunder Verstimmung ausgelöst haben. Darüber hinaus gab es keine Übereinstimmung über den Wert des Spielers. Auch Neururer rechnete fest mit Brzenska.
Der Trainer Manche haben vor Peter Neururers Sprüchen gewarnt. Die Erkenntnis aus seiner Zeit beim MSV: Der 54-Jährige packt an, hat mit Übersicht vieles richtig gemacht, überzeugt durch sachliche Kommentare und gibt sich als erfahrener Profi, der unbeirrt seinen Weg geht. Dass dieser nicht im heiß ersehnten Aufstieg mündete, war nicht seine Schuld.
Der Präsident Walter Hellmich führt den Verein wie sein Bauunternehmen, als uneingeschränkter Boss. Widerworte sind unerwünscht. Hellmichs Wort ist Befehl - eine zweifelhafte Führung. Teamwork wäre besser. Hellmichs beste Tat: die MSV-Arena (31500 Plätze). Der Spielstätte des Traditionsvereins wird allgemein das beste Zeugnis ausgestellt.
Saisonziel Der MSV will (oder muss) aufsteigen, aber das wird schwer. Gelingt es Manager Hübner, doch eine schlagkräftige Truppe zu präsentieren beim ersten Training am 1.Juli, kann sich Duisburg höchstens dem großen Kreis der Aufstiegsbewerber anschließen, zu dem die Bundesliga-Absteiger Karlsruhe, Cottbus, Bielefeld sowie die ehemaligen Erstligisten Kaiserslautern oder Rostock gehören.
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