MSV Duisburg: Wie ein Aufstiegskandidat
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 01.09.2009Der MSV Duisburg hat das Zweitliga-Derby gegen Fortuna Düsseldorf mit 3:0 für sich entschieden. Vor der Partie wurden die Ausleihen von Änis Ben-Hatira und Sören Larsen bekanntgegeben. Außerdem soll Kristoffer Andersen verpflichtet werden.
Der Prestigesieg spült Neururers Elf auf den begehrenswerten dritten Rang in der Tabelle. Die Startphase in die Saison ist mit acht Punkten gelungen. Der MSV spielt mit der Kraft und dem Herzen eines Aufstiegskandidaten und bringt die Lust am Fußball zurück nach Duisburg.
Zu einem ausverkauften Haus reichte das Derby nicht. Aber zu einer vollen Hütte, in der 27.371 Zuschauer mächtig Alarm machten. Wie es sich für ein Nachbarschaftstreffen gehört. Der MSV hatte bereits vor dem Spiel alle Molltöne und schrillen Spitzen aus den Fangesängen genommen. Dem bitteren Abschied von Dorge Kouemaha begegnete Sportdirektor Bruno Hübner gleich mit zwei Verstärkungen fürs Team.
Die Statistik
Aufstellung: Starke - Korzynietz, Schlicke, Fahrenhorst (64. Ede), Veigneau - Yankov, Bodzek (83. Tiago), Tararache (77. Grlic) - Tiffert - Wagner, Caiuby.
Tore: 1:0 Tararache (43.), 2:0 Tiffert (52.), 3:0 Wagner (61.).
Zuschauer: 27.371
Schiedsrichter: Manuel Gräfe
Gelbe Karten: Fahrenhorst, Tararache, Yankov, Bodzek (2).
Änis Ben-Hatira (21) kehrt vom HSV, wo er keine Einsatzchance bekam, zum Zebra zurück. Beifall von den Rängen für die Rückkehr des Publikumsliebling. Dann rückt nach der Länderspielpause noch der Ex-Schalker Sören Larsen (28) in den Sturm ein. Der dänische Nationalspieler wechselte ebenso wie Ben Hatira auf Leihbasis mit Kaufoption zum MSV.
Diese guten Nachrichten belebten die Stimmung auf Duisburger Seite, während die 6000 Fortuna-Freunde sich an der ersten Chance Bulkykins nach zwei Minuten berauschten, der nach einem Stolperer von Korzynietz frei aufs Tor zulief, aber sich von Torhüter Tom Starke den Ball abnehmen ließ.
Die Partie nahm gleich von Beginn an Fahrt auf und keiner Mannschaft gelang es, dem gegnerischen Fanchor einen Knoten in die Stimmbänder zu spielen. Der MSV spielte mit Wut und Wucht, die Favoritenrolle, die ihm Fortuna-Coach Norbert Meier zugesprochen hatte. Caiuby, für Kouemaha ganz vorn unterwegs, hatte eine feine Chance. Tararache zog in aussichtsreicher Position über die Bude.
Meiers Fortuna versuchte es mit Köpfchen, nutzte den Raum zum Konter und zum kalkuliertem Flankenwechsel. Auch das bescherte Möglichkeiten, etwa für Lambertz, dessen Kopfball Veigneau vor der Linie klären konnte.
Nach 40 Minuten munterem Vorturnen ging's dann richtig zur Sache. Mihai Tararache packte den Hammer aus und traf mit seinem ersten MSV-Treffer aus dem Spiel heraus zum 1:0 (43.). Fortuna kam wütend aus der Pause und hatte nach einer Ecke bei einem Kopfball von Bulykin den Ausgleich vor Augen.
Der Pfosten rettete in höchster MSV-Not. Kaum durchgeschnauft, spielte der überragende Tararache eine Flanke auf Tiffert, der per Kopf das 2:0 (52.) erzielte. Nun war es an den Hausherren zu kontern. Sandro Wagner ließ sich nicht lange bitten und setzte per Sololauf nach gut einer Stunde mit seinem fünften Saisontreffer flach und präzise den finalen Stich. Die Fans sangen: "Oh, wie ist das schön!"
Das Publikum hat wirklich Ahnung. Die Düsseldorfer sangen auch. Trotzig. So hört man sie am liebsten. Der MSV unterbrach dieses Schwanensingen nicht, die guten weiteren Konterchancen ließ man freundlich liegen. Macht nichts. Neururers Elf schlug den Nachbarn glatt, ohne ihn zu demütigen. Norbert Meier, allseits freundlich empfangen, saß übrigens genau auf dem Platz, den er nach der Kopfstoßaffäre am 5. Dezember 2005 räumen musste. Der Sitz bringt wohl wenig Glück.
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