MSV Duisburg: Wieder Rückenwind
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 25.09.2009So schnell geht das in diesem Geschäft. Erst herrschte Trübsal, dann brach Jubel aus: Um eine MSV-Mannschaft, die heute in Oberhausen beim Niederrheinderby ihr wahres Gesicht zeigen muss.
Der Pokal war gestern. Heute ist Zweitliga-Alltag. Das Niederrheinderby in der Nachbarschaft wirft Schatten voraus. RWO gegen MSV, das knistert schon jetzt. Zumal für beide Mannschaften viel auf dem Spiel steht.
Für den MSV deshalb, weil es gilt, vom zwölften Tabellenplatz nach oben zu klettern. Das Wort vom erhöhten Anspruch macht die Runde. Der kann durch einen Sieg in alten Niederrheinstadion schon wieder wachsen, weitere Wogen der Enttäuschung aus den beiden zuletzt verlorenen Spielen glätten.
Gut, dass die Pokalpartie im Borussia-Park dazwischen lag. Dass der MSV auch finanziell wieder Rückenwind verspürt, war dem späten Treffer von Kristoffer Andersen zu verdanken. Dass weitere Münze vom nächsten Los abhängen kann, wurde bei einem Blick auf die interessanten Zahlen deutlich.
Mit dem Zugewinn von 831 000 Euro aus den beiden ersten Runden lässt sich schon einiges machen. Mit etwas über einer Million wird das Vordringen ins Viertelfinale versüßt. Das lohnt sich also. Samstag Abend im Zweiten ist Spannung angesagt.
Der Trainer und Sportdirektor Bruno Hübner haben eide nicht den Gegner parat, den sie sich wünschen. Nur soviel sagen beide: Dass er attraktiv ist und außerdem sportlich bezwungen werden kann.
Heute ist aber erst Oberhausen. Der MSV muss sich nach dem Akt des besonders kompakten Spiels in Mönchengladbach nun wieder dem Zweitliga-Zuschnitt zuwenden. Dass die Mannschaft viel Potenzial in sich birgt, wurde im Borussia-Park deutlich. Ab 18 Uhr heute muss sie Vermutungen dieser Art bestätigen.
Der höchst abergläubische Peter Neururer wird sie personell nicht ändern, schon deshalb, weil sie bei Borussia gewann und weil es an Alternativen fehlt. Chaftar Yankov und Sandro Wagner fallen weiter aus, Frank Fahrenhorst sitzt auf der Bank. Wichtige Spieler fehlen also, aber das ist vom Team bestens kompensiert worden.
Darauf kommt es heute an. Das schöne Pokalgefühl, beim Bundesligisten gewonnen zu haben, kann sich übertragen. RWO hat sich bis jetzt gut geschlagen in der Liga, und dass die Mannschaft als Pokal-Gast von Bayern München unter die Räder kam, war vorauszusehen.
Den fünf bayerischen Treffern schenkt Neururer keine wesentliche Beachtung: "Das war zu erwarten und bedeutet nichts. Gegen uns wird Oberhausen wieder richtig motiviert sein." Lovb für die generuische Mannschaft, Super-Lovb für deren Trainer. Der Kollege und Freund Luginger mache einen ganz hervorragenden Job, sagt Neururer.
Es wird wie schon zuletzt, als gemeinsam gegessen wurde, zu einem erneuten Wetteinsatz der Kumpels kommen. Bei seinem Einstieg als MSV-Trainer feierte Neururer mit dem klaren Sieg in Oberhausen damals einen Auswärts-Einstand nach Maß. "Die Mannschaft steht jetzt in der Verantwortung", sagt der Trainer, und: "Ein Sieg ist Pflicht."
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