MSV Duisburg: Yankov gibt Team ein Gesicht
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 08.09.2009"Endlich findet man auch mal Zeit, um den Sohnemann am Ball zu sehen", lachte MSV-Sportdirektor Bruno Hübner, der in den vergangenen Wochen nicht zur Ruhe gekommen war bis zum Transfer-Wechseltermin Ende August und der bemüht war, die personelle Situation beim MSV in ordentliche Bahnen zu lenken.
Und Erfolg damit hatte, einerseits den dringend notwendigen Verkauf von Dorge Kouemaha nach Brügge einzufädeln, anderseits aber dafür zu sorgen, dass Änis Ben Hatira und Sörgen Larsen zum Kader stoßen konnten.
Seitdem ist es etwas ruhiger geworden. Die übrigen Spieler genossen das freie Wochenende. Anstrengend genug waren die letzten Wochen, und mit dem Lauterer Betzenberg am kommenden Freitag und dann in der Arena gegen Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld stehen zwei hohe Hürden bevor.
"Er kann der Mannschaft ein Gesicht geben"
Die beiden freien Tage übers Länderspiel-Wochenende haben sie sich also redlich verdient. Zeit zum Luftholen hat Trainer Peter Neururer den Spielern vor den beiden schweren Aufgaben verordnet. "Schließlich ist der Saisonauftakt gelungen", stellte der 54-Jährige nach dem klaren Sieg über Fortuna Düsseldorf sichtlich zufrieden fest.
Anteil daran hatte auch der bulgarische Nationalspieler Chaftar Yankov, der sich ständig steigerte und den Neururer auf Dauer fest eingeplant hat. "Er kann der Mannschaft ein Gesicht geben", betonte der Trainer, der Yankov und seine Fähigkeiten ("ein Hochgenuss-Fußballer") aus der gemeinsamen Zeit bei Hannover 96 kennt und schätzt.
Auch Sportdirektor Bruno Hübner schwärmt von dem Nationalspieler, der vorgestern in Sofia gegen Montenegro (4:1-Sieg) am Ball war und morgen in Italien gegen den Spitzenreiter der Gruppe 8 das WM-Qualifikations-Highlight der Saison bestreitet. Nationalcoach Stanimir Stoilov steht auf den 25-Jährighen, der dann sein 38. Länderspiel bestreitet.
Bruno Hübner: "Chak ist ein technisch hoch versierter Spieler, der das Tempo bestimmen kann und Torgefährlichkeit aufblitzen lässt." Das hat er beim MSV noch nicht unter Beweis stellen können, aber dafür "ist er nach seiner Fußverletzung erst bei 70, 80 Prozent", sagte Hübner, der sich ständig mit Peter Neururuer austauscht.
Gegen Düsseldorf ging die Leistungskurve des Bulgaren, der vor vier Jahren von seinem Heimatverein Slavia Sofia zu den Niedersechsen wechselte, weiter nach oben. "Wenn er erst richtig in Form kommt, werden wir noch viel Freude an ihm haben", so der Sportdirektor.
Yankov, der in Düsseldorf eine möblierte Wohnung bezogen hat und sich auf die regelmäßigen Besuche seiner Freundin Manuela freut, ist bis zum Saisonende aus Hannover ausgeliehen. "Wir können ihn uns auf Dauer nur leisten, wenn wir den Aufstieg schaffen," sagte Hübner. Chaftar Yankov, der sich in Duisburg ausgesprochen wohl fühlt, will helfen, das Ziel zu realisieren. Am kommenden Freitag auf dem Pfälzer Fußball-Berg geht es nach internationaler Reifeprüfung für das Team um viel – auch für Yankov.
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